Purple Schulz zum zweiten

Shownotes

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Unsere Musik in dieser Folge:
Purple: Joni Mitchell . Both sides (orchester Version 2000)
Maegz: Sting - Message in the bottle 3.0 (live)
Andreas: xxx
Jérôme: Spider Murphy Gang - Skandal im Sperrbezirk



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00:00:02: Soundtrack of Life

00:00:06: Geschichten,

00:00:07: die das Leben schrieb.

00:00:23: So, und er war schon mal vor einiger Zeit bei uns zu Gast.

00:00:26: Und wir haben uns lang mit ihm unterhalten und sehr gerne mit ihm Unterhalten... ...und jetzt ist er wieder da!

00:00:30: Hallo Purple Schulz!

00:00:31: Hallo zusammen, schön dass ich

00:00:32: wieder hier bin.

00:00:33: Die jüngeren Hörer kennen ihn vielleicht, auch nicht.

00:00:36: Aber wir kennen ihn natürlich von verliebten Jungs und anderen Hitz, die er hatte.

00:00:41: Du bist in Köln bzw.

00:00:42: eine Regionköln aufgewachsen und lebst da noch.

00:00:46: Wir haben uns vor der Sendung ein bisschen über Bier unterhalten, weil ich vorher einen Radler getrunken habe.

00:00:51: Du hast ja auch ein Bier genehmigt?

00:00:52: Was ist das für ein Bier?

00:00:53: Das kannte ich tatsächlich noch nicht!

00:00:55: Das ist ein Schreckenskammer-Kölsch.

00:00:57: Und zwar das einzige Kölsch, was ich wirklich gerne trinke... Ganz beinhachter Pilztrinker muss ich auch sein, weil ich bin viel unterwegs in Deutschland und da bekommst du natürlich nicht überall Kölsch.

00:01:08: Schreckenskammer, das hört sich aber irgendwie...

00:01:11: Ja!

00:01:12: In Harry Potter an?

00:01:13: Ja es ist von der Kulisse her bist du auf dem richtigen Weg.

00:01:18: Es gibt in Köln Sankt Ursula Und in Sankts Ursula gibt es die sogenannte Schreckenschkammer.

00:01:23: Das ist ein Raum, an dessen Wänden sind Geweine In der Tat, da findest du Schäle.

00:01:29: Da findest Du Knochen.

00:01:31: Die sind da richtig ornamentartig angebracht an die Wänden und es geht die Legende!

00:01:36: Das seien die Gebeine der elftausend Jungfrauen, die wir als Kölner ja auch bei uns im Stadtwappen haben.

00:01:43: Er ist natürlich völliger Blödsinn.

00:01:44: ich weiß nicht wo die Gebene her sind.

00:01:46: auf jeden Fall ist das die Schreckenskammer von St.

00:01:49: Ursula und nebenan gab's eine Kneipe, die hieß Schreckenschkammer und die haben dieses Bier privat gebraut Und das bekamst du damals nur in dieser Kneipe.

00:01:58: Jetzt gibt es das zum Glück auch in sehr, sehr kleinen Flaschen also halb Liter oder Null Komma drei drei.

00:02:04: und diese kleinen flaschen die finde ich ganz niedlich.

00:02:07: Ich kann sie gar nicht lange rumstehen lassen.

00:02:10: Ja auch mit Kölsch sollte man im Kleinenflaschen trinken.

00:02:13: Ich finde so null Komma fünf.

00:02:14: Kölch ist ein bisschen schwieriger.

00:02:16: ja

00:02:17: Ich hab nachgeforscht und wie gesagt, du bist in Köln aufgewachsen.

00:02:21: Und machst da deine Musik?

00:02:22: Aber ich habe irgendwie, wenn ich deine Musik höre jetzt nicht unbedingt den Eindruck das ist Kölschermusik oder?

00:02:28: Nee, Kölchermusiek ist es nicht!

00:02:29: Aber ich hab schon einen Hang zum Kölchen durch meine Freundschaft mit Tommy Engel, der früher bei dem Blackfist gesungen hat und dessen Weihnachtsshow auch schon ein paar mal zu krass sein durfte.

00:02:38: und dass die Kölsche Sprache ist etwas was ich unglaublich liebe weil sie ist so poetisch poetisch und aber nicht abgehoben.

00:02:47: Sie hat einen unfassbaren Charme, ein richtig schönes Kölsch ist glaube ich... man kann ihm in diesem richtig schönen Kölch, kann man Dinge ausdrücken wie kann man auch Hochdeutsch gar nicht sagen?

00:02:58: Das klingt immer noch charmant!

00:02:59: Ich habe

00:03:00: zwanzig Jahre in Köln gelebt und hab den Dialekt lieben gelernt.

00:03:04: Ich kann ihn nicht nachmachen das ist für mich nicht möglich.

00:03:08: Aber es ist unterreinbar.

00:03:12: Aber wie gesagt, die Stadt selber ist jetzt nicht mehr so schön.

00:03:16: Also man kommt nicht mehr von A nach B zu Fuß weil überall Baustellenzäune sind.

00:03:20: das ist einfach eine Katastrophe.

00:03:22: und da läuft Köln wenn es so weiter macht Berlin bald den Rang ab.

00:03:25: So

00:03:25: richtig schön war ja Kölne eigentlich vielleicht vor dem Krieg hier

00:03:30: Vor dem Krieg auf jeden Fall, es hatte wunderschöne Ecken und Straßen.

00:03:34: Es gibt sogar noch ein paar Stadtteile wo man davon aber was sehen kann.

00:03:37: Aber Köln war ja im Zentrum komplett zerbombt, das sah aus wie in Vietnam damals.

00:03:44: Das ist einfach architektonisch eine... eine Riesensauerei, was da passiert ist nach dem Krieg.

00:03:50: Aber damit müssen wir halt jetzt leben!

00:03:52: Ich

00:03:52: wundere mich weil ich höre das oft dass Köln in Stadt ganz furchtbar ist.

00:03:56: Ich habe mal ne Deutschland-Tour gemacht also nicht als Künstler oder Musiker sondern als ich achtzehn Jahre alt geworden bin, bin ich mit drei Klassenkameraden und immer Radinnen mit einem Ticket der Deutschen Bahn Kreuzung quer durch Deutschland gefahren und also nach München, nach Kölnen, nach Hamburg usw.. Kölne war eigentlich die Stadt die mir damals am besten gefallen hat.

00:04:16: damals abends in der Altstadt unterwegs und ich fand die Stimmung dort total schön.

00:04:20: Warum wird das immer so schlecht geredet?

00:04:22: Die

00:04:22: Stimmung im Köln ist super, aber wenn du mal nach Bau-Denkmälern oder sowas suchst dann hast du da ein Kölner Problem ja.

00:04:29: Abgesehen

00:04:30: von dem Dom!

00:04:30: Ja es gibt schon noch einige, aber das muss ich auch sagen...die Stimmung in Kölnen ist gut wobei es aber immer weniger Kirksche gibt.

00:04:39: also die Sprache ist eine aussterbende Sprache.

00:04:42: leider Köln ist nicht schön.

00:04:46: Also es ist genau wie Bochum, weil das ja Herbert Grönemeyer so schön gesungen hat.

00:04:51: Es ist wirklich keine Schönheit aber es gibt so eine... Gewisse Formen von Lebensgefühl in einigen Ecken dieser Stadt, die ist schon ziemlich einmalig.

00:05:01: Und aus dem ist es ja bekannt dass für den Kölner irgendwo auf der Fete ist ab zehn Uhr sowieso immer Karneval und dann wird das kölische Lied gut gesungen und es gibt ja keine Stadt auf der Welt über die so viele Lieder geschrieben wurden.

00:05:15: Das ist einfach das was Köln so ziemlich einzigartig macht.

00:05:18: Einzigartig in Köln ist auch das geht ja gerne mal unter aufgrund des übermächtigen Domes, den ich, Gottliche war vier Jahre beim WDR auch und ich war täglich da.

00:05:28: Ich bin täglich daran vorbeigelaufen.

00:05:29: Ich bewundere den Dom sehr nicht liebe ihn sehr

00:05:32: Aber du weißt dass du demnächst für den Dom Eintritt bezahlst?

00:05:35: Ja ich wohne deswegen auch nicht mehr an Kölnen.

00:05:38: Das ist jetzt am ersten Juli glaube ich.

00:05:41: Ja ich habe gehört davon.

00:05:42: ja es ist eigentlich ein Skandal aber nur gut.

00:05:46: No, no.

00:05:46: Wenn du beten musst willst, dann darfst du umsonst rein.

00:05:49: Aber was ich sagen wollte... Die Kirchendichte um den Dom herum ist unglaublich und weltweit ziemlich unübergroffen.

00:05:56: Lass mich jetzt lügen!

00:05:57: Waren's zu vierundzwanzig Kirchen die da um dem Dom herum stehen?

00:06:00: Ach das

00:06:00: kann ich so genau gar nicht sagen.

00:06:01: auf jeden Fall haben wir die...

00:06:04: Das geht eigentlich relativ unter.

00:06:06: Ja Wir haben sehr viele romanische Kirchen in Köln aber auch wie gesagt den Dom.

00:06:11: der ist ja.

00:06:12: also wenn man einmal drin war er ist wirklich schon einzig.

00:06:16: Ich werde nur noch übertroffen von der Sagrada-Familie in Barcelona.

00:06:21: Was

00:06:21: eine Kirche ist, was eine Kirsche ist die ich war drin und also das ist wirklich ein Gebäude in dem kam mir die Trän.

00:06:28: Aber jetzt lass uns mal raus aus der Kirche wieder zu Musik kommen!

00:06:30: Genau zur Musik kommen.

00:06:31: Ich wollte es gerade sagen du hast ja in deiner Karriere, in deine jetzt fünfzig Jahre lang wehrenden Karrieren mit vielen vielen deutschen Künstlern zusammengearbeitet.

00:06:39: gibt's einen deutschen Künster wo du sagst mit dem habe ich noch nicht zusammen gearbeitet aber das finde Genial, wenn ich mal mit dem was machen könnte.

00:06:45: Ich habe mir die Künstlerin, mit denen ich zusammengearbeitet hab vor allen Dingen die Künstlerin immer sehr genau ausgesucht und da gibt es auch im Moment keine.

00:06:56: wo ich jetzt sagen würde der muss sich unbedingt weil meine Lieblingskünstlerinnen waren alle dabei.

00:07:01: Es war Christina Lux dabei Reggie Klassen die leider leider sehr früh verstorben ist in den Jahr.

00:07:08: Und wer war denn noch dabei?

00:07:10: Anna Heiges, von dem er auch eine unfassbare Interpretation auf meinem neuen Album hören kann.

00:07:17: Das ist ein Song, den habe ich mit dir in die Neunzigern aufgenommen und da singen wir zusammen von Silly Die Verlorenen Kinder.

00:07:23: Da legt sie im Finale eine Performance hin.

00:07:25: also das wirklich zum Niederkniegen, kann man nicht anders sagen!

00:07:28: Und wen hab' ich noch

00:07:29: dabei?!

00:07:31: Jörg ist Teej.

00:07:32: Das ist eine Künstlerin, die habe ich auch im Rahmen meiner Sendung für den WDR damals, für die Songpoeten bin ich auf sie gestoßen und die hatte mir mich bemustert.

00:07:40: mit ihrem englischsprachigen Album aus dem Jahr zweiundzwanzig war das glaube ich Und ich war so fasziniert von ihr dass ich sie besucht hab am Konzert und ich konnte nicht anders.

00:07:49: Ich habe sie dann einfach gefragt Kannst du dir vorstellen mit mir zusammen auf Tour zu gehen?

00:07:53: Denn ich habe in meinem Leben wirklich alles gespielt!

00:07:55: Ich habe vor hunderttausend Leuten gespielt Fünfhundert Meter unter der Erde, zweitausend Meter über die Erde gespielt.

00:08:01: Ich habe mit Big Bands gespielt und mit Symphonieorchestern und was weiß ich?

00:08:05: Aber ich hab noch nie ein komplettes Programm mit einer Frau an meiner Seite gespielt!

00:08:10: Und dann haben wir das gemacht und es war so überwältigend für mich selber.

00:08:15: Es wird bestimmt gut aber wir haben dermaßen gut miteinander getickt.

00:08:19: Das war fantastisch und das hat mich auch dazu gebracht dass ich gesagt habe okay mit dieser Frau will ich ein Live Album aufnehmen Und das habe ich gemacht.

00:08:28: und wer Yerdis Thielsch nicht kennt, dem empfehle ich einfach mal.

00:08:33: Schaut euch mal an bei YouTube!

00:08:35: Da gibt es eine Aufzeichnung.

00:08:37: da singt sie To Build a Home in einer Version mit dem Kurs von der Musikhochschule Köln, der heißt Vocal Journey.

00:08:46: Das ist so zum Niederknien schön.

00:08:50: Das ist eine unfassbar beste Version von diesem Song, die ich jemals in meinem Leben gehört habe.

00:08:56: To build a home, you're the stage!

00:08:58: Das ist sensationell.

00:09:00: und mit ihr zusammenzuspielen... das war für mich ein großes Freude.

00:09:02: Ich habe vorher nie mit einer Biolinistin an meiner Seite gearbeitet und dachte auch am Anfang es könnte schwierig werden weil sie ist eine Weltklasse-BiolinistInner Aber sie kommt wirklich aus dem schottischen, irischem Traditional raus.

00:09:18: Aus der Szene.

00:09:19: und dann habe ich gemerkt, die kann eigentlich auch Gitarre spielen.

00:09:22: Und dann hat sie die Gitarren genommen und ich hab sie ermuntert.

00:09:27: Dann hat sie das Accordion gegriffen.

00:09:29: Dann habe ich sie ans Klavier gesetzt und habe sie betleitet auf meiner Harpeggie.

00:09:33: Das war einfach ... eine überwältigende Künstlerin, also mit der ich da zusammengearbeitet.

00:09:38: Sie ist jetzt danach in den Schuldienst gegangen weil das geht natürlich vielen Künstlern so die gucken in die Zukunft und fragen sich ja kann nicht von der Musik leben.

00:09:46: langfristig wobei in dem Fall ist mein Plan aufgegangen.

00:09:50: Ich habe mir dir irgendwie mehr so viele Konzerte gegeben und überall wo wir gespielt haben wurde sie angefragt Kannst du dich mal solo kommen mit deinem Programm?

00:09:58: Und sie hatte im Jahr darauf den Tourplan voll mit achtzig Konzerten.

00:10:03: Das war genau das, was ich bezwegt habe damit dass ich sie mit auf die Tour genommen habe weil ich wollte dass diese Künstlerin sowie in meiner Sendung so auch auf meiner Bühne den Raum bekommt und den Platz bekommen wo sie alles das zeigen kann was sie kann!

00:10:18: Und das ist auch immer eine Prämisse.

00:10:20: wenn ich jemanden mitnehme sei du Ich werde dir nicht vorschreiben, was du spielen sollst.

00:10:24: Du wirst dich da rein finden und wir werden am Schluss zu etwas kommen, was noch größer ist als das Original

00:10:30: vielleicht.".

00:10:30: Und so ist es mir jetzt auch gegangen mit Norman Keil, der ihre Nachfolge angetreten hat ein wunderbares Singer-Songwriter aus Gießen, Urschmüngers Erfurt.

00:10:39: Mit dem bin ich jetzt seit dem Frühjahr auf Tournee – und das ist unfassbar!

00:10:44: Was jetzt wieder mit den Songs passiert?

00:10:46: Sie verändern sich wieder und es kommen wieder Songs rein, an die ich vorher lange Zeit nicht gedacht habe.

00:10:52: Und das ist fantastisch was da passiert!

00:10:56: Weil das sind Songs, die haben Jahrzehnte auf dem Buckel und sie klingen als Hitman zu gestern geschrieben.

00:11:00: Das ist das, was mich auch so jung hält bei der ganzen Geschichte.

00:11:04: Ich

00:11:04: freue mich total auf den vierten Leunden.

00:11:08: Ja, es gibt ja mein aktuelles Album Die Werkschau, die erscheint dann übrigens genau an meinem Geburtstag am fünfundzwanzigsten neunten parallel mit dem neuen album von reinhard mai das sei noch kurz erzählt an der stelle.

00:11:20: und das konzert ist natürlich auch schon seit letztem jahr ausverkauft weil das wird ein ganz besonderes und sehr einmaliges konzern sein.

00:11:28: an meinem geburtstag an einem siebzigsten

00:11:31: überwollt unsere titel anhören kein problem.

00:11:34: Bei Spotify und Deezer gibt's unsere Playlist, Soundtrack of Life.

00:11:38: Hat's ja vorhin gesagt?

00:11:40: Er wird siebzig Jahre alt!

00:11:41: Was macht das Alter mit dir in Bezug auf deine Musik?

00:11:45: Ist es etwas was dir Sorgen macht dass du älter wirst oder sagst du nee das ist einfach so... Vielleicht ändert sich meine Musik, aber ich bin immer noch der Alte.

00:11:53: Also

00:11:54: ich habe das große Glück, dass meine Stimme immer noch, wenn ich singe, immer noch so klingt wie damals.

00:11:58: Ich musste auch kein Song transponieren um ihn auf die Bühne zu bringen.

00:12:02: Das ist ein Segen!

00:12:04: Das hab' ich gemeint mit John Anderson von Yes, der heute immer noch in diesen irrsinnigen Höhen irgendwo arbeiten kann stimmlich.

00:12:12: Das is schon phänomenal.

00:12:13: Aber so hoch war ich natürlich nie.

00:12:15: Aber es funktioniert noch wunderbar.

00:12:17: und ich finde ist das wichtigste, dass man eine Geschichte richtig transportiert bekommt.

00:12:23: Dass man sie rüberbekommt.

00:12:24: Ich habe auf dem neuen Album auf ich hab nicht ewigzeit da gibt's ein zum Beispiel eine Version von in dieser Nacht.

00:12:31: Das is'n Song vom verliebte Jungsalbum Und den habe ich vor sechs Jahren oder sieben Jahren nochmal komplett neu aufgenommen In einer völlig anderen Jazz-Version und singe sie nicht.

00:12:46: Und auf einmal bekommt dieser Song wieder eine ganz andere Dimension, ein ganz neuer Film.

00:12:54: läuft er von deinem Auge ab!

00:12:55: Das ist das was ich liebe mit der Musik zu spielen da wirklich immer wieder etwas Neues zur Entdeckung zu schaffen.

00:13:01: Wir alle lieben ja Musik Du, der Max, der Andi.

00:13:04: auch ich liebe Musik und deswegen freuen wir uns immer wenn wir neue Musik kennenlernen können oder über Musik sprechen können.

00:13:11: Du hast uns wieder Musik mitgebracht!

00:13:12: Ja

00:13:13: das ist wirklich man kann sagen mein Lieblingssong both sides now von Jonny Mitchell.

00:13:18: Und zwar nicht in der Version die sie damals zuerst raus gebracht hat.

00:13:23: Das war neunzeigundsechzig sondern in einer Version aus dem Jahr zweitausend, wo sie diesen Song mit einem großen Symphonie-Orchester spielt.

00:13:31: Man muss es im Song eine Kleinigkeit noch wissen?

00:13:34: Da finde ich ganz, ganz spannend!

00:13:35: Weil zuerst rausgebracht hat dieser Song Julie Collins, und das war damals ein Hit von Julie Collins.

00:13:45: Die Version gefällt mir über Weitem nicht so wie die erste Version von Joni Mitchell, die dann nämlich erst neunzigneunzigzig kamen aber kein Hit wurde.

00:13:53: Das muss man sich mal vorstellen.

00:13:55: Und jetzt hörst du jahrzehntel später diesen Song mit einer Joni Mitchell, die dächsen fünfzig Jahre alt und ihre Stimme ist ganz, ganz tief!

00:14:05: Also eine ganze Quart tiefer singt sie diesem Song.

00:14:09: aber dieses Arrangement ist so umwerfend und da merkt man auch dass Musik alleine Gefühle vermitteln kann und auslösen kann ohne das ein Wort gesogen wird.

00:14:20: Und trotzdem entstehen Landschaften und Bilder vor deinem Auge.

00:14:23: Das ist so schön!

00:14:24: Sie singt ja die erste Strophe über die Wolken, dann singt sie über die Liebe, eine zweiten Strophe... ...und dann singts sie über das Leben.

00:14:33: Wie das so ineinander findet, das ist einfach großartig.

00:14:37: Es fängt wirklich über den Wolken an.

00:14:40: Sie hat den Zorn geschrieben in einem Flieger auf irgendeinem Flug.

00:14:43: Als ihr rausgeguckt habt sind die ersten Zahlen eingefallen.

00:14:47: Dann versteht man auch wirklich Was da stattfindet, was die Violinen dann machen durch diese Sequenz.

00:14:52: Die Taumen und Talken so richtig durch dieses Arrangement mit den Streicherlinien.

00:14:59: das ist so unfassbar was man dafür Gefühle bekommt.

00:15:02: also ich muss tatsächlich immer heulen wenn ich das höre und ich finde der Text unglaublich weise.

00:15:11: und die war Anfang ... Anfang zwanzig, als sie das geschrieben hat.

00:15:14: Das ist... Das kann man eigentlich gar nicht verstehen wie eine so junge Frau so einen wunderschönen poetischen und weißen Text schreiben kann.

00:15:22: Aber lass uns einfach mal vielleicht rein.

00:15:25: Ich hab noch was bevor wir es hören weil auch hier was du erwähnt hast Es ist ein Song der sich im Wandel der Zeiten komplett verändert und bei ihr zu beachten, den ersten Song hat sie geschrieben als er eben neunzehnundzwanzig war.

00:15:37: Jetzt singt sie ihn in dieser Version.

00:15:39: da ist sie ja so ausgerechnet sechsundfünfzig sagen wir mal neunzenneinzehntsechzig war es eine Art jugendliche Reflexion oder vielleicht Ja, ein Ausblick ins Leben.

00:15:48: Jetzt singt sie aus der anderen Perspektive.

00:15:50: Es ist mehr lebensbilanzierend und eine Rückschau.

00:15:52: Und plötzlich wirkt er ganz anders.

00:15:54: Clouds und Lurft Wirkt nicht mehr romantisch verträumt Sondern eher desillusioniert und reflektiert.

00:16:01: Und schauen wir uns die Zeile an I really don't know life at all.

00:16:05: Das wirkt dem Alter total und ja total existenziell.

00:16:10: Das ist der verdreht hundertprozentig ohne dass sie was anderes singt, sie frisiert nun ein bisschen anders und hat eben einen anderes Arrangement dahinter.

00:16:19: die Bedeutung des Songs wendet sich komplett und das finde ich faszinierend an dieser Version.

00:16:24: Sie hat auch gehört, dass sie eine ältere Stimme hat.

00:16:26: Das passt super ist eine Superversion geworden.

00:16:29: Ja und ich finde jetzt ist der Song da wo er eigentlich schon von Anfang an hingehört hätte mit ihrer sehr hohen Stimme wie er damals rauskam.

00:16:37: Ende der Sechziger Da vermittelt sich noch gar nicht das worum es eigentlich geht Denn es geht in dem Song ja eigentlich darum Dass wir im Grunde erst aus unseren Verlusten lernen.

00:16:47: Und muss man dazu sagen Joni Mitchell hatte in dieser Zeit Damals mit Dreiundzwanzig hatte sie auch schon Verluste.

00:16:54: Die hat ihr erstes Kind zur Adoption freigegeben, worüber sie jahrelang nicht gesprochen hatte und vielleicht kann man sich damit erklären warum diese Worte schon so weises

00:17:05: sind.

00:17:14: Was ich auch recherchiert habe, ist dass du dich mit dem Themen Demenz und Alzheimer beschäftigst.

00:17:20: Das hat mich dann doch überrascht.

00:17:21: Es ist ein Thema was mich gerade sehr beschäftigt aufgrund meiner Eltern.

00:17:24: Wie kamst Du dazu?

00:17:26: Aus der Beobachtung meines Vaters heraus.

00:17:29: Also ich hab mein Vater lange beobachtet also der vor seinem Toten eine sehr starke Demenz schon entwickelt hat die bei ihm einen her gegen mit Parkinson.

00:17:37: es war bei ihm kein Alzheimer aber Das war halt diese starke Demenz und in der Zeit konnte ich ihn wirklich sehr, sehr genau studieren.

00:17:44: Und wir haben dann auch zu dem Song Fragezeichen, den er ja ein inneres starkes Anliegen war, haben wir auch einen Video gemacht.

00:17:53: Und das Schöne ist dass dieses Video, das wir wirklich mit Uremacher Werkzeug muss ich mal dazu sagen gemacht haben also mein Sohn und sein Companion haben damals einen Kamerakran selber gebaut und das sind wirklich... Wir haben es im Prinzip fürs Budget von einem Kasten Bier gemacht.

00:18:09: Daraus ist ein Film entstanden, der heute jungen Pflegeschülern und Schülerinnen in der Ausbildung gezeigt wird.

00:18:13: Und er auch sehr oft als Einführungsfilm bei Veranstaltungen zu den Themen Demenz und Alzheimer gezeigt wird.

00:18:20: Das finde ich einfach ganz großartig, dass dieses Video seinen eigenen Weg gegangen ist Also hätte ich niemals erwartet das wir damit so einen Ja, so ein, ich sag mal in Anführungszeichen Erfolg gehabt hätten.

00:18:33: Weil zu der Zeit wo wir das gemacht haben, wo auch der Song geschrieben wurde da war Demenz noch gar nicht so ... In aller Munde.

00:18:39: erst einen Jahr später kam dann gab's in der Woche irgendwie von sechs Talkshows hatten vier Talkshofs das Thema Demenz.

00:18:47: also dann wurde drüber gesprochen und dann kam auch der Film vom Honig im Kopf Tillschweige.

00:18:53: Und dann kam das auch wirklich wieder in der Öffentlichkeit.

00:18:56: Man sprach darüber und ich meine, es gibt ja keine Familie die nicht über mindestens zwei drei Ecken mit dem Thema konfrontiert ist.

00:19:04: Es ist ja so mittlerweile und wir haben ja eine Zunahme an Krankheiten jedes Jahr.

00:19:08: dies exorbitant Wenn man sich jetzt mal anguckt was trotz aller Warnungen die wir ja damals auch schon ausgesprochen haben, da ist ja nichts umgesetzt worden.

00:19:18: Also wir sind eine überalternde Gesellschaft und wir stehen jetzt vor einem riesigen Pflegeproblem was jetzt vor allen Dingen auch Leute meines Alters betrifft.

00:19:27: Wir haben viel zu wenig pflegekräfte Es ist alles nicht mehr finanzierbar.

00:19:31: Das ist einfach wirklich eine Katastrophe mit langer Ansage Und es ist einfach nicht nachzuvollziehen warum hier nichts passiert ist in den letzten Jahrzehnten.

00:19:41: Aber ich würde gerne auf die persönliche Ebene ziehen Du lebst davon, dass du kreativ bist.

00:19:46: Ich in gewisser Weise auch.

00:19:47: Ich beobachte jetzt meinen Vater der ja alles verliert was er ist.

00:19:52: Aber du hast das bei deinem Vater beobachtet.

00:19:54: Das muss einen doch... Also mich beschäftigt es sehr stark.

00:19:57: ich denke mal dich auch.

00:19:59: Du hast sich dann damit beschäftigt.

00:20:01: aber macht ihr das nicht auch Angst?

00:20:03: Dass du eben auch irgendwann mal in diese Situation kommst dass du dich verlierst?

00:20:09: Wenn man das beobachtet und mitbekommt dann kann man schon darüber nachdenken.

00:20:13: Aber für mich ist es wirklich wichtig, dass man wach bleibt und sich immer wieder öffnet und immer wieder versucht seinen Horizont zu erweitern.

00:20:21: Und das ist für mich das Allerwichtigste!

00:20:23: Man darf da oben nicht einschlafen.

00:20:26: Mein Vater hatte das nicht vor – ganz bestimmt nicht.

00:20:30: Für mich ist auch wahnsinnig wichtig, sich mit solchen Fragen als Künstler zu beschäftigen.

00:20:36: Ich war die erste Tour in den letzten Jahren.

00:20:40: Da bestand mein Programm echt aus den Themen Demenz, Depression, Psychose und Tod.

00:20:47: So jetzt denkt man das muss ja ein furchtbarer Abend gewesen sein.

00:20:49: Nein wir haben auch unglaublich viel gelacht an diesen Abenden weil wenn man sich mit dem Tod beschäftigt dann lernt man unfassbar viel fürs Leben.

00:20:56: der Tod ist ein großer Lehrmeister fürs Leben Und ich freue mich dann, bin auch so ein Song wie der letzte Koffer.

00:21:03: Der entstanden ist nach der Ausstellung die ich damit meinem Freund Fritz Roth gemacht habe wo ganz viele Menschen aus allen Gesellschaftsschichten ihren letzten Koffern gepackt haben.

00:21:12: das Ergebnis war sensationell.

00:21:13: es war unfassbar.

00:21:14: jeder koffer sah von außen gleich aus aber was drin war unterschied sich wirklich bei allen Teilnehmern.

00:21:21: Das war unfassbar, diese Ausstellungen gingen bis nach Moskau, bis nach Mexiko, aber die ging um die ganze Welt und läuft immer noch.

00:21:28: Für mich ist es einfach für mich immer wichtig gewesen aus dem Begegnung mit Menschen irgendwo auch die Essenz rauszuholen, die Geschichten zu erzählen, die dann auch mein Leben verändern.

00:21:41: Hinsicht sehe ich auch meine Aufgabe als Künstler, diese Räume aufzumachen und Fragen zu stellen.

00:21:47: Und auch gerne mal Sachen zu sagen die viele heute gar nicht mehr sagen würden was sie sich nicht trauen.

00:21:51: aber das ist für mich ganz wichtig und dafür gehört jetzt nicht für mich sie auf die Bühne zu stellen und kein Minimieter nach rechts sondern das ist es für mich entscheidend.

00:22:01: Was machen wir mit unserem Leben?

00:22:03: In unserem Leben geht es nicht um rechts oder links.

00:22:06: In unserem leben geht's wirklich um vernünftig oder unvernünftig.

00:22:11: Das ist die Frage und das muss jeder für sich selber entscheiden, was ich auch auslösen möchte mit den Geschichten, die ich erzähle, mit den Songs, die wir zusammenschreiben, Eri und ich.

00:22:22: Und dass uns das gelingt, sehe ich jeden Abend.

00:22:25: Die Aufnahmebereitschaft des Publikums ist einfach enorm!

00:22:29: Die Menschen sind nicht so dumm wie ARD und ZDF.

00:22:33: Andreas, ich weiß nicht, wie ich die Kurve jetzt kriegen soll ... Ich

00:22:38: hab es dir schwergemacht schon.

00:22:39: Ja?

00:22:40: Alles gut!

00:22:41: Aber ich würde trotzdem ganz kurz von dir hören, welchen Song du mitgebracht hast oder von Max ein von euch beiden.

00:22:49: nehm' mich noch dran weil mein Titel möchte ich diesmal auch da bieten.

00:22:52: Bitte, Max, du hast zu wenig gesagt.

00:22:54: sagst du bringe dein Song.

00:22:56: Du hast ihn ja extra ausgesucht für den Purple.

00:23:00: Ja, weil ich fand es ganz interessant dass du gesagt hast oder dass das jetzt so anders präsentiert wird.

00:23:07: Du rearangierst deine Songs neu, du reduzierst sie und machst jetzt live in einer eigentlich kleineren Besetzung nicht mehr der ganzen Band.

00:23:15: Und ich finde das ja unglaublich spannend Weil das zeigt Die Substanz des Songs.

00:23:20: Worum geht es in dem Song wirklich?

00:23:21: und hat er die Substanz, dass man immer noch sagt ich erkenne diesen Song?

00:23:25: So ist das Lied was ich mag.

00:23:26: so höre ich das in einem völlig neuen Version.

00:23:28: Ich fand das so spannend als Sting letztes Jahr auf Tournee gegangen ist als Trio Und es war wirklich nur Schlagzeug.

00:23:36: Er hat Bass gespielt und gesungen und der hatte einen Gitaristen dabei.

00:23:39: Das war alles und ich hab gedacht ja wie...ich weiß The Police waren auch ein Trio und so.

00:23:44: Aber er hat es geschafft, die Songs von Police und seine eigene Hitze – da hatte ja wirklich einen großen Katalog – so zu reduzieren und sie haben wunderbar funktioniert!

00:23:54: Und wenn man sich das Album von dieser Tour anhört dann erkennt man die alle wieder und merkt mehr braucht's gar nicht.

00:24:00: Der Song ist da, er funktioniert wunderbar und macht riesen Stimmung damit.

00:24:05: Das treibt je nach Song halt und funktioniert ganz großartig.

00:24:09: Deswegen bin ich auch gespannt purple wenn du im herbst auf tournee bist ich muss schauen wo du unterwegs bist.

00:24:16: genau wenn sich das ergibt würde ich gerne vorbeischauen und mich selber davon überzeugen wie dann zum beispiel die neuen version von deinen alten hits die man so in der alten version kennt in der neuen version auch funktionieren.

00:24:27: ja dass ist wirklich das ist wunderschön wie das funktioniert.

00:24:31: und was ich einfach was mich so begeistert ist dass das jetzt wieder durch Dadurch, dass Norman Keil jetzt bei mir spielt die nächsten Turnäen sind Songs im Programm, die wirklich jahrzehntelang überhaupt nicht gespielt wurden auf der Bühne oder die vielleicht auch nur mal irgendwie eine halbe Tour gespielt worden.

00:24:50: Aber trotzdem hat man das Gefühl als wären sie wirklich gerade erst geschrieben worden.

00:24:55: was für mich aber ganz wichtig ist.

00:24:56: Das möchte ich sagen an der Stelle ist eine gewisse Werktreue muss da sein.

00:25:01: Ich mag es überhaupt nicht, wenn man jetzt aus Verliebte Jungs einen Reggae machen würde.

00:25:06: Das ist so ein Quack!

00:25:09: Ja oder nie?

00:25:10: Oder jetzt irgendwo was, was ich in der Nummer wie sehen soll zu rappen.

00:25:15: Da halte ich gar nichts von.

00:25:17: Wichtig ist... dass die Essenz da ist, das wo uns geht.

00:25:22: Die Seele des Songs muss da drin enthalten sein und Seele hat nix mit Interpretation zu tun sondern das muss aus wirklich zu zweimal Prozent aus meinem Bauchhaus kommen und alles andere ist quatsch Und ich merke das.

00:25:36: Ich hab dann sehr gut das Gespür für was was funktioniert und was nicht und vor allen Dingen Musikerinnen die ich mir aussuche haben das auch.

00:25:44: ich spüre schon wenn wir gemeinsam ticken.

00:25:48: Das war zum Beispiel uns Trenden, die hätte meine Enkelin sein können.

00:25:52: Die ist ein Jahr älter als meine Enkelin.

00:25:54: und trotzdem wenn wir zusammen Musik gemacht haben hast du diesen Altersunterschied nicht gehört.

00:25:58: Und das war so ähnlich wie die letzten Alben von David Crosby.

00:26:03: Die hatte er auch gemacht mit seiner Lighthouse-Band und die waren ja alle so alt wie seine Enkel.

00:26:08: Das sind die besten David Crosby Albums, die es hier gab.

00:26:10: Das muss man einfach so sehen!

00:26:12: Für mich ist auch David Crossby in der Hinsicht ein großes Vorbild.

00:26:15: Max hat gerade gefragt wann du wohl bei ihm sein wirst?

00:26:18: Ich weiß ja wo er wohnt und sagt Du musst dich wahrscheinlich bis nächstes Jahr März gedulden.

00:26:24: Gedulden,

00:26:25: da spielt er in Pfortzeilen.

00:26:26: Für alle anderen empfehle ich wer Lust hat.

00:26:29: Schau doch bitte auf purple-schulz.de.

00:26:33: Da ist schön, dass du das noch mal sagst und der kriegt mir noch alles.

00:26:38: Die

00:26:39: Rechnung kommt noch!

00:26:40: Wir wollen

00:26:41: unsere Titel anhören?

00:26:42: Kein Problem bei Spotify und Deezer gibt's unsere Playlist Soundtrack of Life.

00:26:47: Wir kommen

00:26:48: zu Ende der Sendung und Andi hat sich freundlicherweise bereit erklärt, heute mal auf seinen Song zu verzichten so dass ich mal Platz habe meinen Song anzubringen.

00:26:58: Ich hab mir nämlich was von das by the Murphy Gang rausgesucht Und zwar natürlich den einzigen Nummer-Einzige den sie jemals hatten, nämlich Skandal im Sperrbezirk.

00:27:05: Den hab' ich damals in den achtziger Jahren sehr gerne gehört.

00:27:08: Warum hab ich denn nochmal rausgekramt?

00:27:10: Ganz einfach... ...wenn

00:27:11: man die nicht mehr auf Stadtfesten hören darf.

00:27:14: Das hat mich wirklich genervt, dass plötzlich es hieß von der erlanger Gleichstellungsbeauftragten die aufgefordert hat diesen Partyschlager nicht mehr auf Volksfesten zu spielen.

00:27:24: Ja, und wenn man sowas nicht hören will dann sollte man eben nicht auf so einen Wein festgehen.

00:27:28: So genau!

00:27:30: Und

00:27:30: insofern hat mich das ein bisschen geärgert von der erlanger Gleichstellungsbeauftragten dass sie da gesagt hat den Song darf man nicht mehr spielen.

00:27:37: Da ist an mir noch mal ins Gedächtnis gekommen dieser Song und jetzt habe ich mir gedacht Jetzt erst recht.

00:27:42: Der Song ja war halt in den neunzehnte achtziger Jahren.

00:27:46: Knaller ging ab wie Schmitz Katze.

00:27:49: Niemand hat sich darum geschärt was der nun aussagt ob der Prostitution verherrlicht oder nicht.

00:27:53: Ich weiß Das ist eine persönliche Geschichte.

00:27:56: Die haben gesungen, unter die Zweiunddreißigsechzehn-Acht herrscht Konjunktur die ganze Nacht und ich wusste, sie kam aus München.

00:28:02: Er hat mal aus der Telefonzelle ausversucht

00:28:04: ... Und da bist du nicht der Einzige!

00:28:09: Ich glaube, wenn du es damals gemacht hast, niemand erreicht.

00:28:11: Die Nummern wurden erst später vergeben.

00:28:13: Die

00:28:14: Nummer ist zu kurz.

00:28:15: Sie mussten

00:28:16: dann tatsächlich vielen Leuten in verschiedensten Städten Blumenstreuße schicken Telefonnummer bezahlen, weil tatsächlich es gab diese Telefon-Nummer in den verschiedenen Städten und da wurde halt kräftig angehoben.

00:28:30: Das war so der Nachteil.

00:28:32: also wer einen Song schreibt sollte vielleicht auf die Telefon nummer dann doch verzichten.

00:28:37: Ja aber da fällt mir noch eine schöne Geschichte zu.

00:28:39: einem ist das hat ja auch was damit zu tun dass immer weniger Leute immer weniger leute verstehen.

00:28:43: ja Satir und Eronie und wir hatten jetzt auch die Diskussion ob wir auf dem auf meiner neuen Werkschau ob wir den Titel bis ans Ende der Welt mit da drauf nehmen.

00:28:53: Denn BIS ANS ENDE DER WELT ist ein Song, und zwar habe ich für diesen Song eine Auszeichnung bekommen von der Zeitschrift Emma die mich zum Macho des Monats erklärt hat.

00:29:03: Und

00:29:05: ich habe diesen Breit angelommen!

00:29:10: Aber sie haben es einfach nicht verstanden... Tour eines Männertürs geht.

00:29:16: Man muss manchmal so viel erklären und ich bin es einfach müde, ich habe da keine Lust auf, ich hab auch keinen Bock mich auf solche Debatten einzulassen.

00:29:23: Darum ist der Song jetzt ohne Kommentar auf dem Album drauf und wer da jetzt mit Diskussionen ankommen will wie im Fall von Spider Murphy was ich ja völlig blödsinn finde.

00:29:33: Der soll diese Diskussion bei sich zu Hause vor dem Spiegel führen.

00:29:37: für mich ist das völlig irrelevant interessiert mich nicht.

00:29:39: Es mir einfach wurscht Denn das ist der Tod der Kunst, wenn wir anfangen die Schere schon im Kopf anzusetzen beim schreiben und immer Angst davor haben.

00:29:48: Wir könnten jetzt dem oder der oder diesem Dingens irgendwie auf die Füße treten dann kann man eigentlich aufhören zu schreiben und das kann es nicht sein.

00:29:57: also ein bisschen Anarchie muss einfach bleiben.

00:29:59: Letzte

00:29:59: Frage hattest du jeweils mit Spider Murphy Gang irgendwas zu tun?

00:30:04: Außer, dass wir uns bei Konzerten vielleicht mal begegnen sind.

00:30:07: Aber da gibt es ja wie gesagt diesen Mein-Equator.

00:30:09: der ist ja noch dichter als die Mauer damals und das ist einfach wahnsinnig schwer da unten Fuß zu fassen und für dieses im Norden genauso schwierig Fußzufassen.

00:30:17: also die können da unten dreimal Zirkuskrone ausverkaufen aber dann kommt er nach Köln und dann stehen da irgendwie dran und Leute in Gloria Und es gibt so Sachen haben sich nicht verändert.

00:30:31: Da gibt's halt immer noch eine Teilung in Deutschland.

00:30:33: Ich wollte noch mal schnell sagen, bevor Jérôme wieder den Deckel drauf macht.

00:30:36: Das ist ja ganz schnell und ganz groß.

00:30:38: Absolut!

00:30:39: Du hast nicht nur diesen Preis von Emma bekommen du hast ganz viele andere Preise bekommen.

00:30:44: was mich beeindruckt hat an diesen Preisen ist... ...Zwanzigsechzehn hast du vom World Parliament of Clowns den Titel Clown Donneur bekommen also Ehrenclown.

00:30:52: Wie kam es denn dazu?

00:30:53: Ja das habe ich sehr gefreut.

00:30:55: Ich hab ihn im Bereich bekommen von Antoshka die auch schon im Moskauer Staatszirkus aufgetreten Und ja, ich finde es einfach schön.

00:31:02: Sie hat mich gesehen, wo es gab eine Nummer... Ich war auch einige Jahre mit dem Ensemble der Kölner Sturmsitzung unterwegs.

00:31:08: Also einem Verein, also einem Ensemble das seit jetzt glaube ich weit über thirty-fünf Jahren so ein Anti-Sitzungskarnival macht!

00:31:18: Der sehr poetisch ist und sehr lustig und auch sehr politisch.

00:31:23: Und mit denen war ich lange unterwegs und da hatte auch eine Nummer im Programm, die mittlerweile in Köln so was wie ein Kult-Hit geworden ist.

00:31:31: Da haben wir nämlich aus With or Without You von U-Two, haben wir wegen dem Brauchtum gemacht.

00:31:37: Wegen dem Brauchtum!

00:31:38: Das ist jetzt mittlerweile der Sturmsitzung der Dauerklassiker... Die Rauswerfnummer und der singt ganz Köln mit, wenn die Nummer gesungen wird.

00:31:46: Und das ist ein Song, den ich dann auch mal ein paar Jahre lang in meinem Programm drin hatte.

00:31:52: Damit hat er mich an Toschka gesehen und die anderen Nummern, die ich gemacht habe... Es waren ja immer so ein paar Verkleidungsnummern dabei.

00:31:59: Ich habe schon bei Neuer Heimat damit angefangen, dass ich eine Nummer komplett mit runtergelassenen Hosen auf einem Klo gesungen habe.

00:32:04: Das war für die Konzerte, die wir mitgenommen

00:32:07: haben... So sitze ich eigentlich meistens im Studio!

00:32:08: Aber das

00:32:09: fällt niemandem

00:32:10: auf!

00:32:10: Ich weiß auch nicht

00:32:11: warum.

00:32:12: Keine Ahnung, weil die Kamera so eingestellt ist, dass sich das nicht sehen kann.

00:32:15: Gott sei Dank für dich!

00:32:17: Ich bin froh, dass es nicht einer der Kollegen ging.

00:32:20: Nee, aber da sind so Sachen... Da hab' ich immer gerne gemacht, Verkleidenung auf der Bühne und die ersten Programme.

00:32:26: Da hatte ich Umzüge, wie heißt das?

00:32:30: Helles Nation Company.

00:32:32: nach die österreichische Band.

00:32:33: Allgemeine Verunsicherung, genau!

00:32:35: Also das war immer etwas was für großen Spaß gemacht hat.

00:32:37: ich bin auch wirklich für jeden Spaß zu haben und ja gut.

00:32:41: aber deswegen wohl auch weil sie auch weiß dass sich lustiger Kerl sein kann auch wenn zum ernst zur Themen

00:32:45: geht.

00:32:46: also ich lerne in jeder Sondung wieder dazu und wir hatten heute einen Clown-Donner bei uns zu Gast nämlich Purple Schulz.

00:32:53: Dankeschön dass du bei uns warst.

00:32:55: alles Gute für dein neues Album.

00:32:58: Vielleicht kreuzen sich unsere Wege eines Tages mal wieder.

00:33:01: Das würde mich sehr freuen, mach

00:33:16: es gut!

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