Sebastian Krumbiegel
Shownotes
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Unsere Musik in dieser Folge:
Sebastian: Queen - Bohemian Rhapsody
Maegz: The Beach Boys - God only knows
Andreas: Jazzkantine - Krankenhaus
Jérôme: xxx
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Andreas Zimmer:
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00:00:02: Soundtrack of life,
00:00:05: Geschichten
00:00:06: die das Leben schrieb.
00:00:09: Hallo ich bin Jerome Brinell außer dem mit dabei ist Andreas Zimmern und Markus Henkel ist mit dabei.
00:00:17: Hi, sei mal Andy hast du geübt mit Einzelnen oder?
00:00:21: Ja wenn ich hier unter Musik
00:00:22: höre dann muss sich
00:00:23: mir auch ein bisschen
00:00:24: irgendwie helfen.
00:00:26: Nicht nur hallo.
00:00:27: Es hat nicht nur
00:00:28: one,
00:00:29: two Mike-Tests sondern du hast da gewärt ich kann es variieren.
00:00:33: Wir sind begeistert total.
00:00:35: Ich weiß nicht wie's euch geht euch beiden.
00:00:37: Es gibt so Musik die einen durchs Leben begleitet hat So durch das junge Leben und ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit als ich total begeisterd war Und das war wirklich von den Prinzen auch deswegen weil ich ja selber seit vielen vielen Jahren eigentlich seit der Grundschule selber im Chor singe Und dann gab es plötzlich eine Band, die Grunde so gesungen hat wie ich in meinem Chor gesungen habe.
00:00:59: Nämlich die Prinzen.
00:01:00: und wir haben heute einen ganz besonderen Stuhlgast und da freue ich mich wirklich sehr.
00:01:04: Das ist irgendwie schon für mich also wirklich was Besonderes nämlich Sebastian Krumbigel von den Prinzen ist bei uns.
00:01:09: Grüß dich, Sebastian!
00:01:11: Ich sag's
00:01:11: zu jedem!
00:01:12: Ja,
00:01:13: nee, nee!
00:01:13: Zum Reingehör!
00:01:16: Moin liebe Leute!
00:01:17: Ich freu' mich wirklich über jeden Gast.
00:01:18: das ist tatsächlich so weil ich jeden Gast sehr schätze dem wir bisher hier hatten.
00:01:22: aber es gibt dann halt doch Gäste die einem tatsächlich so durchs Leben begleitet haben.
00:01:27: Ich hab mir alle eure Alben damals gekauft und hab das rauf-und runtergehört, jetzt sitzt du mir gegenüber ... Das ist schon strange irgendwie!
00:01:35: Magst du das, dass man dich überhaupt noch auf die Prinzen ansprichst?
00:01:38: Oder sagst du, na ja.
00:01:40: Das ist eher was von früher und ich hab mich weiterentwickelt.
00:01:42: Ich mach jetzt andere Dinge.
00:01:43: Nee!
00:01:44: Die Prinzen sind natürlich meine Bands.
00:01:45: Und es ist ja nach wie vor meine Bände.
00:01:47: Und ich bin da dankbar für... ...und bin da froh drüber, was wir da gerissen haben in den letzten thirty-fünf Jahren.
00:01:53: Und das ist ja alles keine Selbstverständlichkeit.
00:01:54: also klar wenn du Anfang zwanzig bist und denkst hey Popstar ist eigentlich ein ganz geiler Beruf dann glaubst du aber ganz fest dran, dass das irgendwie funktioniert, aber dass das mit viel Glück zu tun hat.
00:02:04: Hey, nee.
00:02:05: Ich werde mein Leben lang einer von den Prinzen sein, seit Stensibenz in anderthalb Jahren nicht mehr geben wird.
00:02:09: aber ich werde immer darauf angesprochen und freue mich natürlich weil ein haufen Leute kennen die Lieder und die Lieder haben scheinbar irgendwie ja die Zeit überdauert und die Generationen überdauert.
00:02:18: es kommen jetzt wieder echt Kids an die irgendwie richtig klein sind die du nicht bestechen kannst Darauf abfahren und das freut uns natürlich total.
00:02:27: Sag mal, es war ja auch was ganz Besonderes mit dem ihr damals angetreten seid.
00:02:30: eben Aka Peller gesagt.
00:02:32: Das könnt ihr alle.
00:02:32: Ihr seid ja ausgebildete Sänger mit Tumana Chor hintergrund und dann so ein bisschen Popmusik drauf produziert.
00:02:40: Wer war das?
00:02:40: Die Humpe Annette oder so?
00:02:43: die euch unter die Fitte hier genommen hatte.
00:02:45: Wichtigster Einfluss für uns auf jeden Fall!
00:02:47: Das
00:02:47: hat angeschlagen wie eine Bombe und ihr habt wirklich, das waren Songs, die jeder auf der Straße mitsingen konnte.
00:02:52: Ja, wie gesagt, das kannst du nicht planen.
00:02:54: also wir haben unser Ding gemacht und haben das Glück gehabt gerade Leute wie Annette zu treffen, die eben... Ihr habt uns damals gefragt wollt ihr euer Leben lang Kleinkunst machen?
00:03:02: Was ist ja damals wahr?
00:03:03: Also Ohne Mikros irgendwie in kleinen Clubs zu singen.
00:03:06: Oder wollt ihr Popstars werden?
00:03:07: Wenn ihr Popstar werden wollt, dann muss da Schlachtzeug dazu.
00:03:10: Muss da Rhythmus rein, muss Popmusik draus gemacht werden und das war Ihr Plan sozusagen die acapella Musik ja radio tauglich zu machen oder eben popmusiktauglich zumachen.
00:03:19: Das war schon ein guter Plan.
00:03:20: Ich erinnere mich an die Flying Pickets aus den Genau von den britischen Inseln.
00:03:26: Die hatten tatsächlich kein wirkliche Schlagzeugbrunnen Es waren eine reine acapeller Band.
00:03:30: die hatten einen Hit.
00:03:32: Ihr kam dann eben mit der Popmusik Sache, ihr habt ich weiß nicht wie viel Hit sie hatte.
00:03:35: Das war unglaublich!
00:03:36: Aber es war so, ihr wart herzens liebe Jungs man mochte euch leiden haben super Texte gehabt.
00:03:41: das hat einfach alles gepasst.
00:03:42: Ja aber wie gesagt planen kannst du das nicht und wir können uns vor Annette nur wirklich verneigen so tief wie's geht weil sie uns wirklich da Türen aufgemacht hat durch die wir alleine nicht gegangen werden.
00:03:53: also ich fand dass am Anfang total ätzend.
00:03:57: Die erste Single Gabi und Klaus, noch zwei oder drei andere Songs hatten wir schon aufgenommen.
00:04:01: Rhein-Aka Pella auf Klicktrack also auf so ein Timecode Und dann hat sie da auf einmal Schlachtzeugruf drunter gemacht.
00:04:07: Ich habe damals gesagt Annette du zerkloppst hier unsere Kunst!
00:04:10: Und fand das total ätzend.
00:04:11: ja Aber sie hat uns überzeugt Ja hat funktioniert und alles gut.
00:04:15: Danke Annette.
00:04:16: Wobei
00:04:16: man muss schon sagen ich fand immer dass die euer Gesang sehr weit im Vordergrund stand.
00:04:22: Na ja, es hat schon gerummt!
00:04:24: Es hat schon gewammelt und am Ende ist es wirklich so.
00:04:27: Pop-Musik ist also ohne Schlagzeug geht nicht Und wir haben ja als reiner Akapellerband angefangen und haben dann irgendwann Ali dazu genommen als Trommler und später noch Matthias am Bass.
00:04:38: Wir können uns ohne Rhythmusgruppe gar nicht mehr vorstellen auf Bühnen zu gehen weil das auch was anderes ist ob du in kleinen Clubs bist oder eben ob du große Hallen spielst oder große Open Airbühne.
00:04:46: Wie viel Tomana steckte denn in den Prinzen?
00:04:49: Viel, sehr sehr viel.
00:04:50: Also von fünf Leuten vier ehemalige Tomana und ein ehemalliger Kreuzgrossänger aus Dresden – das ist schon die Grundlage für alles!
00:04:58: Weil Singen ist das einzige was wir irgendwann mal richtig gelernt haben.
00:05:08: Soundtrack of life.
00:05:10: Wir wollen
00:05:10: aber nicht die ganze Zeit nur über die Prinzen sprechen, gab es denn auch eine Phase wo du gesagt hast Musik interessiert mich jetzt nicht mehr.
00:05:17: ich höre auf damit auch in deiner Jugend zum Beispiel.
00:05:19: also was sich... niemals?
00:05:21: Nein!
00:05:22: Also wirklich nie, als ich fünftig war haben wir die erste Band gekündet habe mit Wolfgang zusammen die erste band gegründet und das war natürlich ne andere Musik als die mit der ich groß geworden bin aber zwar eben die Musik die wir gehört haben die wir nachgespielt haben.
00:05:34: wir haben ganz viel gecovert.
00:05:35: am Anfang Stones und Beatles und The Who haben wir ganz viel gespielt.
00:05:40: Und deutschsprachige Sachen, Linkenberg, Rio Reiser ... Wir haben irgendwann angefangen die ersten eigenen Lieder zu erfinden.
00:05:47: Aber Musik war immer der Mittelpunkt meines Lebens.
00:05:50: Das wird auch so bleiben also ich kann mir das nicht vorstellen.
00:05:53: Es trinkt sehr pathetisch aber es ist wirklich hey!
00:05:55: Ist mein Leben.
00:05:56: Ich kann mir nicht vorstellen ohne Musik irgendwas zu machen.
00:05:59: Ich mache jeden Tag Musik und ich bin gerade gut dabei wieder Songs zu schreiben und spinne echt ein gut kreatives Kerlchen gerade und freue mich da total.
00:06:06: Dass das irgendwie mit Höhen und Tiefen, aber dass es nie aufhört.
00:06:09: Dass immer wieder neue Sachen entstehen und dass ich mir irgendwie eine Neugier oder sowas bewahrt habe.
00:06:15: Und dass ich mit vielen anderen Leuten auch zusammen Musik gemacht habe und Musik mache.
00:06:20: Das hält mich glaube ich einigermaßen frisch in der Birne und dem Herzen.
00:06:23: Bin jetzt überrascht ist dein neues Album schon draußen?
00:06:26: Wo kommt das in den nächsten Tagen oder Wochen raus?
00:06:28: Ich weiß nicht!
00:06:29: Ich hab immer irgendwie die Übersicht verloren.
00:06:30: Ich weiß es gibt was Neues von dir auf jeden Fall.
00:06:32: Es
00:06:33: ist draußen seit Ende März.
00:06:34: also du bist von gestern sozusagen, wenn du so eine Frage stellst.
00:06:38: Aber sie ist böse gemeint!
00:06:41: Natürlich ist so ne Frage... Also die Platte, die ich gemacht habe ... Ja, das ist immer.
00:06:46: Deine letzte Platte ist dein Liebstes Baby und das ist eine gute Platte geworden!
00:06:49: Ich freue mich total darüber was ich da irgendwie... Was da entstanden ist mit ein paar Freunden aus Hamburg und wir haben da echt eine gute Platte hingestellt.
00:06:56: Was ist der Unterschied zwischen deinen Solo-Platten und den deiner Band?
00:07:00: Kann ich gar nicht sagen.
00:07:01: Also meine Stimme ist wie sie es und weiß ich nicht.
00:07:05: Ich schreibe Lieder und ich denke nicht drüber nach ob die für mich sind oder für die Band.
00:07:08: also Ich bin da sehr frei und kann da irgendwie machen, was ich will.
00:07:14: Das ist ja das Schöne an meinem Job!
00:07:15: Ich kann am Ende mich verwirblichen und kann Texte schreiben die mich interessieren... Also
00:07:20: ich sage
00:07:21: immer gern, ich bin eigentlich als erstes mal meine eigene Zielgruppe und möchte selbst Fan von dem sein, was sich mache.
00:07:27: Und ich bin Fan von meinem Scheiß und mag Meine Musik total und freue mich, dass ich das machen kann.
00:07:32: In den
00:07:32: neunziger Jahren war der absolute Superstars!
00:07:35: Ich hab euch auch angehimmelt... Und wie habt ihr es denn geschafft so als Band nicht komplett abzuheben sondern tatsächlich auf dem Boden zu bleiben, bodenständig zu bleiben und euer Leben weiterzuleben?
00:07:45: Das weißt du ja gar nicht.
00:07:46: ob wir keine Phasen hatten.
00:07:47: Die hatten nur garantiert.
00:07:48: Naja, ich glaube ist wirklich.
00:07:50: Je jünger du bist desto mehr... Ja
00:07:52: eben weil wenn man so jung ist dann ist die Gefahr noch viel größer.
00:07:56: Wenn dir jeden Tag alle Leute sagen, wie toll du bist und dass du was ganz Besonderes bist.
00:08:01: Und ein ganz toller Typ.
00:08:02: Irgendwann denkst du... Oh
00:08:04: vielleicht bin ich's ja.
00:08:05: Vielleicht habe ich das ganz besonderes.
00:08:07: Das ist eben eine Falle und da muss man aufpassen weil es ist am Ende alles ein großer... Ich hätte fast gesagt ein großer Zirkus.
00:08:13: Das meine ich gar nicht so abwertend aber es ist schon... Ich versuche mein Ding zu machen über Sachen zu singen, die mich interessieren.
00:08:21: Und da hab ich mir manchmal dabei, dass ich irgendwie konstruiere oder dass ich noch irgendwelchen Themen suche aber in letzter Zeit kommen die Themen zu mir und ich also gerade mein letztes Album ist schon sehr es ist sehr positiv geworden das freut mich ja in diesen in diesen wilden bewegten Zeiten, dass sich nicht irgendeine Jammerplatte gemacht hat so und dass ich auch wie ich habe wirklich bewusst versucht ja irgendwie Zuversicht zu spreaden für mich selbst auch Also auch am Ende eigentherapeutisch.
00:08:46: Es ist immer.
00:08:47: Also eine Musik, die ich mache ist immer erst mal wie so ein Tagebuch und es ist das was mich interessiert.
00:08:52: Und ich glaube wenn ich erstmal das in den Vordergrund stelle dass ich jetzt nicht... Dass ich wirklich egoistisch sage Ich will das geil finden!
00:08:59: Ich will gut finden was ich mache.
00:09:02: Das ist für mich der einzige Weg.
00:09:03: also wenn nicht manchmal Leute fragen hey was würdest du heute junger Musikerin oder Musikern empfehlen?
00:09:08: Ich sag immer nur macht euer Ding Hört auch auf andere Leute lasst euch seit mich Beratungsresistent, also wie wir auf Annette gehört haben oder auf Udo oder auf Rio oder auf Inga oder irgendwelche Leute die eben damals unsere Musik gehört haben, die uns Tipps gegeben haben.
00:09:22: Das ist immer wichtig aber trotzdem musst du erst mal dein Ding machen und darfst nicht irgendwie denken ich mache hier irgendwas um in die Charts zu kommen, um irgendwie erfolgreich zu sein.
00:09:31: Du bist mit dem erfolgreich was du selbst gut findest glaube ich!
00:09:34: Ja letztlich wenn du es nicht verkaufst bewen machst du's dann?
00:09:37: Du machst das ja nur für dich im Prinzip.
00:09:39: Warum hat irgendwann Walter von der Vogelweide angefangen, seiner Liebsten was vorzusingen?
00:09:43: Weil er einen erzählen wollte.
00:09:46: Da ging es nicht darum irgendwie erfolgreich zu sein damit.
00:09:49: nein das geht am Ende darum Geschichten zu erzählen und über Dinge zu singen die dich bewegen Und mit denen du andere Leute irgendwie vielleicht anknipsen kannst.
00:09:56: Normalerweise
00:09:57: verraten uns die Gäste immer vorher welchen Titel sie uns mitbringen.
00:10:01: Du hast es nicht getan!
00:10:03: Du hast gesagt ne verrate ich nicht vorher.
00:10:05: Was hast du uns denn mitgebracht?
00:10:06: Jetzt sind wir wirklich überrascht, weil normalerweise wollen wir es schon ganz gerne vorher wissen.
00:10:10: Damit wir uns ein bisschen einlesen können und mal gucken können ob wir Informationen zu dem Song finden.
00:10:14: Vor allem der Andi möchte das da immer genauer wissen.
00:10:16: Was hast Du uns mitgebracht?
00:10:17: Ich bin ja einen riesen Queen-Fan, ich bin ja ein wahnsinniger Fan von Freddie Mercury.
00:10:21: Absolut!
00:10:22: Und also ich bin auch Beatles-Fans und hab irgendwie überlegt, ob ich da was nehme.
00:10:26: Weil natürlich ist alles mittlerweile klassische Musik sozusagen.
00:10:31: Und wenn ich jetzt die alten Queen-Sachen höre, also für mich ist Projemen Rhapsody um das mal die Katze aus dem Sack zu lassen.
00:10:37: Ist für mich das stärkste Lied dass ich kenne und die das umfassendste, das größte Kunstwerk eine Oper sechs Minuten lang, die so viel beinhaltet, dass sich da... Ich finde es richtig großartig und lerne davon!
00:10:50: Ich habe zu Hause ein Musikprogramm Logic Audio Und da habe ich, hat mir ein Freund alle vierundzwanzig Spuren gegeben.
00:10:57: Die hatten damals einen vierund zwanzig-Spur Bandgerät.
00:11:00: Das wurde irgendwann digitalisiert und ich hab auf meinem Computer... Die Einzelspuren von Bohemian Rhapsody.
00:11:05: Also Schlachtzeug alleine, Klavier alleine, Bass alleine, Gitarren alleine und vor allem eben die Gesänge, die Chöre also jedes einzelne Galileo, Galileo Figuero.
00:11:16: da kannst du dir einen eigenen Mix machen und du kannst das wirklich als Student-Objekt nehmen.
00:11:19: Also ganz abgesehen davon dass es dich wirklich erstmal ein emotional total berührt und dass ich dieses Lied wirklich liebe.
00:11:25: Es ist einfach auch ein Lehrbeispiel dafür, was alles möglich ist.
00:11:30: Was man machen kann und das war wirklich ein visionäres Ding und für mich einer der stärksten Pop Songs die ich kenne.
00:11:35: Ich muss gleich einhaken, du hast es damals im Osten gehört.
00:11:38: Wie schwierig war's für dich an diese Musik zu kommen?
00:12:05: Meine erste Platte, die ich mir wirklich selbst gekauft habe war wirklich A Night at the Opera von Queen.
00:12:10: Also mit Bohemian Rhapsody und Love of My Life Profit-Song mit Death on Two Legs.
00:12:15: Das ist wirklich eine großartige Platte.
00:12:17: So
00:12:17: was begleitet ihnen?
00:12:18: Ja, so Platten die man in der Jugend hört... In der Zeit die einer meisten prägt, irgendwie finde ich das begleitete ein das ganze Leben.
00:12:24: Ich merke auch wie ich zu platten immer wieder zurück her, die zwischen zwölf und achtzehn gehört habe Was ich mir mit zweiundzwanzig gekauft hab ja es auch okay mag ich liebe ich alles gut.
00:12:34: aber dass was sich Zwölf von Achtzehn gehört habt definiert mich richtig musikalisch
00:12:38: auf jeden
00:12:39: Fall.
00:12:39: Es ist so ne prägende zeit irgendwie im eigenen leben da passiert so viel und interessanterweise schön, dass du diesen Titel genommen hast.
00:12:46: Ich wollte ihn eigentlich fast nehmen weil ich gedacht habe wenn wir mit dir ein Podcast machen da muss das was sich als Titel mitbringe ein bisschen auch einen gesanglichen Anspruch haben.
00:12:54: aber dann hab' ich gedacht ich kann den eigentlich echt nicht bringen das ist ne Heiligtum!
00:12:58: Dass du den jetzt bringst es schön ich krieg quasi zwei Titel heute.
00:13:01: Ja geil!
00:13:02: Ich bin tatsächlich gestern durch Stuttgart gefahren und hab dann Musik gehört und da lief eben auch Queen und habe so für mich gedacht Mensch Twin-Titel hierher mitbringen, weil ich habe so viele Geschichten mit Queen und zu diesem Titel den du mitbringst.
00:13:15: Habe ich tatsächlich auch eine kleine Geschichte.
00:13:16: Ich hab ja mal auf dem Schiff gearbeitet auf der Aura.
00:13:19: Jeder Aura war da im Entertainmentbereich tätig.
00:13:21: und am letzten Abend wo ich noch auf diesem Schiff war, habe ich mich abends bevor die Tore geöffnet wurden in die Diskothek gesetzt, habe die Diskotik eingeschaltet, habe alles dunkel gelassen Hab dieses Lied eingespielt, hab mich mitten auf die Tanzfläche gesetzt.
00:13:37: Weil da war ein toller Sound drin und hab mich auf diese Tanzflächen hingesetzt in die Mitte und hab das Lied angehört mit voller Bulle.
00:13:45: Und es war einfach herrlich, erinnere ich mich bis heute schon bestimmt zwanzig Jahre her.
00:13:50: Das ist meine Geschichte.
00:13:51: tatsächlich zu dem Titel.
00:13:52: Den hören wir uns jetzt auch mal an!
00:13:56: Bei Spotify und Deezer gibt's unsere Playlist, Soundtrack of Life.
00:14:00: Gibt
00:14:01: es eigentlich einen Prinzensong wo du sagst Mensch da hätte ich gedacht das wird mehr draus denn den finde ich total klasse selber.
00:14:07: aber irgendwie der kam nicht so gut an oder gibts sowas gar nicht?
00:14:10: Das weiß ich nicht.
00:14:11: also erst mal sind wir ja sehr verböhnt.
00:14:13: ja wir haben ja wirklich auf dem Hitz Du kannst es vorher nicht planen und klar denkst du manchmal, das muss eigentlich durch die Decke gehen.
00:14:20: Und es hat eine Menge immer mit Zeitgeist zu tun, mit der Zeit in der du gerade irgendwas rausbringst.
00:14:25: Manchmal bist du irgendwie ein bisschen zu früh, manchmal bist du ein bisschen too spät... Ich weiß es nicht, aber ich denke da auch nicht so wirklich drüber nach.
00:14:32: Also ich bin jetzt gerade was mein letztes eigenes Album betrifft.
00:14:35: Da denk' ich irgendwie ey das sind nur Hits und das ist natürlich Unsinn ja?
00:14:40: Aber für mich sind's nur Hitz!
00:14:41: Für mich sind das alles großartige Lieder.
00:14:44: Wenn man in Wikipedia schaut und Sebastian Krumbigl da eingibt dann kommt ein großer großer Artikel Und dann merkt man irgendwann, okay da steht was über seine Musik.
00:14:53: Auch eine ganze Menge aber da steht auch ne ganze ganze Menge mehr.
00:14:56: eigentlich steht er sogar mehr über das was du sonst so machst als über deine Musik.
00:15:00: Du engagierst dich politisch sehr stark.
00:15:03: Wann bist du auf den Punkt gekommen wo du gesagt hast?
00:15:06: Okay Musik ist wichtig aber es gibt noch andere wichtige Sachen um die ich mich kümmern muss.
00:15:09: Ich
00:15:10: glaube dass das von Anfang an so war, also wenn sich die ersten Songs die ich selbst gefrieben habe waren auch schon immer irgendwie politisch oder auch zu DDR-Zeiten schon, soweit wie du dich eben aus den Fenstern lehnen konntest und soweits Du eben Sachen sagen konntest, die dir wichtig waren.
00:15:24: Also wir haben, wann war denn das?
00:15:25: Siebenundachtzig oder achtenachtzig ein Lied über Gorbatschow gemacht, der damals das sowjetische Staat überhaupt war, der eben diese Eröffnung propagiert hat mit Glasnost und Perestroika.
00:15:38: Und da waren wir natürlich voll Fans von.
00:15:40: Da haben wir einen Loblied auf Gorbetschow gesungen.
00:15:43: Das war natürlich politisch!
00:15:45: Ich glaube man muss immer aufpassen dass man da auch die Waage hält, also ich möchte mich nicht irgendwie der erhobenen Faust auf die Bühne stellen, geschweige denn mit irgendeiner Fahne oder so.
00:15:55: Ich möchte eigentlich nur meine Meinung sagen und das über das Ding was mich interessiert.
00:16:00: Und ich glaube völlig unabhängig von meinem Beruf würde ich das auch so machen.
00:16:04: also... Ich habe ein Erlebnis mit meiner Großmutter, die mir erzählt hat vom neunten November thirty-eight als sie in Leipzig als neunzenjähriger junge Frau in der Straßenbahn stand und gesehen hat dass die Leute alle in irgendeine Richtung gucken Und dass da drüben irgendwas passiert, was schräg ist.
00:16:20: Wir wissen das am neunten November, als die Synagogen brannten und sie hat das eben mitgekriegt und gemerkt wie alle Leute da weg gucken.
00:16:27: Mal kurz hingucken aber ganz schnell wieder weg gucken.
00:16:30: und dann haben wir den Satz gesagt, da war ich fünfzehn Jahre alt der mich schon irgendwie geprägt hat.
00:16:34: Ich hab damals wie alle anderen auch weg geguckt und habe nichts gesagt und ich schäme mich heute dafür.
00:16:40: Natürlich weiß ich, dass ich Sie nicht verurteilen kann weil das extrem gefährlich gewesen wäre.
00:16:45: Aber wenn man das auf die heutige Zeit überträgt, ich möchte nicht irgendwann sagen.
00:16:49: Ich habe nichts gemacht.
00:16:50: Klingt das auch wieder sehr pathetisch.
00:16:51: aber hey wie gesagt als erstes mache ich Musik, aber wenn ich mit der Musik irgendwas verbinden kann... was mir wichtig ist, dann ab dafür.
00:16:59: Aber
00:16:59: du wirst ja mit deiner Musik gefeiert!
00:17:01: Du kriegst da sehr viel Zuspruch, haben wir schon drüber gesprochen.
00:17:04: Auf der anderen Seite wirst du ... denke ich mal... Ich weiß es nicht genau, aber ich denke mal, du werst von der extremen Rechten massiv angegriffen und da kommt keine freundlichen Worte.
00:17:11: Ich weiß, du bist auch schonmal überfallen worden.
00:17:13: Wie weh tut das?
00:17:14: Überfallen
00:17:15: werden?
00:17:15: Ja gut,
00:17:16: überfallen werden tut ihr das jetzt klar.
00:17:18: Aber wie weh tut es?
00:17:19: Ja, von Mitbürgern sind ja schließlich so angegangen zu werden
00:17:25: Beständig dem Hass ausgesetzt zu sein und du bist ja ein Hassobjekt.
00:17:28: Ja, es
00:17:29: ist ja ein Zeit-Phenomen.
00:17:31: Es ist das.
00:17:31: wenn wir uns auf den sogenannten sozialen Medien umgucken dann ist das ja ein Trigger irgendwie.
00:17:37: Das was sich eigentlich niemand traut dir ins Gesicht zu sagen wird eben in der Anonymität des World Wide Web losgelassen.
00:17:44: Ey ich würde lügen wenn ich sage dass das nichts mit mir macht.
00:17:48: natürlich mache das mit mir Aber ich gehe damit um und kann irgendwie damit umgehen.
00:17:52: Und kann mich da... Ich hab ein Lied auf dem Album, das heißt asoziale Leute, wo ich darüber singe, dass ich die ganzen Kommentare nicht mehr lese und dass mir der Typ oder die Lady, die das macht, dass sie mir eigentlich leidtun, weil das irgendwie arme Menschen sind in meiner Wahrnehmung, die ganz viel Zeit und Energie investieren, um irgendwelchen Scheiß loszuwerden, denen Sie sich im analogen Leben nicht trauen würden, los zu werden?
00:18:16: Wie gesagt, es ist nicht schön.
00:18:18: Aber ich lebe damit und ich will überhaupt nicht rumjammern.
00:18:21: Ich kann auch sagen viel Feind, viel Ehr.
00:18:24: Ja, ich gefallen mir irgendwie in der Rolle aber das ist auch too much.
00:18:27: Also hey!
00:18:28: Ich gehe damit um und ich kann damit umgehen und ich habe meinen Weg gefunden.
00:18:33: also ich möchte mich Ich schömpfe nie zurück.
00:18:35: Das mache ich nicht, ich lasse mich auf keine Diskussion ein mit irgendwelchen Heltern im Netz sondern wenn dann rede ich mit denen oder mit Leuten die andere Meinungen sind und merke dann dass sich bei denen auch einen Nenner kommen kann weil ich glaube das ist auch sehr... Dass beide Seiten oder alle Seiten Fehler machen indem sie nicht miteinander sondern übereinander reden.
00:18:53: Und das klingt jetzt auch wieder komisch weil ich weiß natürlich, man muss sich manchmal positionieren und wenn jemand Heil Hitler sagt oder wenn jemand den Holocaust-Leutnant fuck ihn dann ist das für mich keine Gesprächsgrundlage.
00:19:04: Aber man muss aufpassen, wen man so vorverurteilt, die Grenzen sind da sehr fließend und ich habe mittlerweile auch gelernt dass eine konservative Haltung was anderes ist als eine reaktionäre Haltung und ich unterschelle das ja bewusst und kann mit konservativen Leuten wunderbar reden.
00:19:21: Euer Neuer Ministerpräsidenten Cem Özdemir ist ja auch konservativer, als er vielleicht selbst denkt.
00:19:29: Genau wie ich auch!
00:19:31: Und deswegen... Ich habe nichts gegen konservative Leute.
00:19:34: Ich kann mit denen gern mich streiten im allerbesten Sinne.
00:19:39: Was verstehen wir eben unter Streit?
00:19:41: Also ich will hier unbedingt als Winner rausgehen, sondern ich möchte mich austauschen und den Perspektivwechsel vornehmen, deine Meinung zu verstehen Und das ist, glaub ich, ja.
00:19:50: Demokraten sollten miteinander reden und auch konservative Leute sind logischweise Demokraten.
00:19:55: Rechtsaußen sind keine Demokraten.
00:19:59: Andreas jetzt kommt ein ganz heftiger Bruch von einem Thema zum anderen aber ich kann es nicht moderativ anders hinkriegen.
00:20:06: was hast du uns für Musik mitgebracht?
00:20:08: Aber von mir verlangst du's!
00:20:11: Ich hatte mich auch während des sehr ernsten Themas gerade überlegt man wie schaffen wir jetzt die Den Switch?
00:20:18: und also ich habe mitgebracht Jazz-Kantine Krankenhaus.
00:20:20: Und dann dachte ich gut Sebastian ist schon zusammengeschlagen worden, da war er sicher auch im Krankenhaus.
00:20:26: Aber nein das wäre ein Böse.
00:20:28: Also es ist eine deutsche Band die ich mitgebracht habe Die in den neunzigern sehr erfolgreich war sie heißt Jazz-kantine und Es tatsächlich einen Zusammenschluss von Ganz vielen echten richtigen Jazz Musikern die einen Zugang zu Hip Hop hatten.
00:20:42: Die Sachen die wir denn gleich hören werden sind mit echten Instrumenten gespielt.
00:20:47: Was schon ganz besonders ist im Hip-Hop, oftmals werden ja Sachen gesampelt und du siehst gar keine richtigen Instrumente auf der Bühne sondern eben ein paar Plattendreher.
00:20:57: Nein die hatten tatsächlich einen Riesen Brass Section also Bläsersätze Und eine Tollerhythmus-Section.
00:21:04: Alles gekonnte, bestandene Musiker und dann hatten sie sich immer mal wieder so ein damals zumindest paar Rapper eingeladen.
00:21:09: hier hatten Sie sich eingeladen den Cappuccino der dazu gerappt hat und dann haben sie einen Text eben gefunden.
00:21:15: bei Krankenhaus ey du ich mach dich kranken aus!
00:21:17: Dann siehst Du kranken Aus.
00:21:19: und da nehmen sie die ganze Sache so ein bisschen.
00:21:22: ja sie brechen es um.
00:21:25: Die dürfen es sagen, Cappuccino hat einen Migrationshintergrund.
00:21:29: Er darf sich selber auf den Arm nehmen indem er eben in diesem gebrochenen Deutsch das so typisch für diese Zeit war rappt über Geschichten die auf der Straße vermeintlich passieren.
00:21:42: ich habe da eine Mutter gesehen hey baby sag ich dir war die bei weiß ich nicht bei Lidl.
00:21:49: So hat man damals gesprochen und er hat sich selbst auf die Schippe genommen, indem er das da immer in diesen Song reingebracht hat.
00:21:54: Ich fand Jazz-Kantine ziemlich geil!
00:21:56: Ich habe sie eine ganze Zeit lang mitverfolgt interessiert.
00:21:59: Die hatten dann später auch noch AC-DC Album gemacht oder eins mit Volksliedern Deutsch?
00:22:05: Ja da hat Pat Appel mitgemacht ich sag's nur.
00:22:11: Ich fand das eben auch für mich, weil zu dieser Zeit Hip-Hop Musik nicht selbstverständlich und hat sich mir nicht gleich erschlossen.
00:22:19: Ich musste mir erst ein paar Sachen suchen die diese Musikwelt geöffnet haben.
00:22:25: Eines davon eben diese Jazzkantine Leute!
00:22:27: Und ich bin sicher Sebastian du kennst Jazzkantine auch oder?
00:22:30: Ja
00:22:30: Sehr gut, ja.
00:22:31: Also mag ich auch wirklich oder mochte ich weiß gar nicht gibt es nicht mehr oder?
00:22:35: Das weiß ich nicht genau.
00:22:36: also die Besetzung hat sich in e-Laufen geändert und solche Sachen kann sein dass die noch giblich habe ist dann tatsächlich irgendwann aus den Augen verloren.
00:22:43: ehrlich gesagt
00:22:44: Ich finde das was du gerade gesagt hast über die Texte Ja, das ist ja das was mich am Hip Hop so fasziniert Dass sie eine andere dass dadurch eine völlig andere Form des Textens entstanden ist, wo es eben nicht mehr um die ABAB-Reime geht, sondern wo es also nicht mehr Sonne, Wörner, Herzschmerz, Liebe, Triebe.
00:23:03: Sondern wo sich alles so verschachtet.
00:23:06: und ich bin in großer... Also ich hab Hip Hop übrigens verstanden, das war richtig erst als Eminem damals mit Daido dieses Clean & Laugh My Claw Set gemacht hat.
00:23:15: Das fand ich richtig gut!
00:23:16: Und hab dann Eminem verstanden, und hab dann Hip-Hop verstanden.
00:23:20: Und natürlich die fantastischen Pia am Anfang.
00:23:22: Fettes Brot fand ich auch irgendwie immer originell.
00:23:25: Ich finde mittlerweile KIC richtig gut.
00:23:27: Die Texte ist richtig geil!
00:23:29: Ich finde wirklich mehrsilvige Reime.
00:23:32: Das find' ich eine große Kunst.
00:23:35: vier silbige Reime, Knoblauchfahne auf Notaufnahme zu reimen oder guckst toll fürs Wild auf mucksmäuschen still.
00:23:42: Ich bin großartig und da lerne ich eben auch und dann merke ich dass die Zeiten nicht stehen bleiben.
00:23:47: und ja hören ist schreiben das glaube ich immer.
00:23:49: man muss sich damit beschäftigen und man.
00:23:51: ich versuche Sachen zu verstehen und sehe also weil du eben gesagt hast richtige Instrumente.
00:23:56: mir ist es eigentlich mittlerweile fast egal weil ich glaube das alles sich weiterentwickelt und sammeln.
00:24:03: Moses P hat ja gerade den Prozess gewonnen gegen Kraftwerk, wo es eben auch um Jörg einen Samml
00:24:07: geht.
00:24:07: Hat er nur zwanzig Jahren gewonnen?
00:24:08: Ja!
00:24:09: Und das finde ich richtig so weil am Ende ist das eine Kunstformen.
00:24:12: Am Ende muss man gucken dass man gab nicht nur in den Sixties geile Musik sondern es gibt auch in den Zwanzigerjahren das einundzwanzigste Jahrhundertsgeile
00:24:20: Musik.
00:24:21: Überallt unsere Titel anhören?
00:24:23: Kein Problem.
00:24:24: bei Spotify und Deezer gibt's unsere Playlist Soundtrack of Life.
00:24:28: Wir haben ja schon darüber gesprochen, dass auch politisch durchaus aktiv bist.
00:24:31: Kommen wir aber zurück zur Musik.
00:24:33: Glaubst du denn oder vermischen das ein bisschen?
00:24:35: Glaubt es dir denn, dass Musik heute überhaupt noch die Kraft hat, die Welt wirklich zu verändern?
00:24:39: Ich versuche gerade meinem Sohn zu erklären was grade so abgeht in der Welt.
00:24:43: er ist dreizehn Jahre alt und ich komme nicht mehr hinterher ihm das zu erklären.
00:24:47: Ja
00:24:47: ich wollte grad sagen vielleicht kann er das besser erklären manchmal.
00:24:50: Vielleicht.
00:24:50: Das ist ja auch der Witz.
00:24:52: Glaubst du das Musik Noch die Kraft hat, Dinge zu verändern heutzutage?
00:24:56: Ja, die Frage ist ja ob sie das jemals konnte.
00:25:00: Also die Hippies in den Sechzigern haben auch gedacht dass sie irgendwie den Vietnamkrieg beenden können und dass sie die Welt retten können.
00:25:06: und Peace und Love.
00:25:08: Ich glaube klar Musik hat eine Kraft egal wie groß.
00:25:11: Und wenn ich wenn Musik oder wenn irgendein Musikstück die Kraft hatte einen Menschen so zu berühren dass er weinen oder lachen oder irgendwas dabei empfinden kann.
00:25:21: Das ist eine Kraft und Kunst allgemein hat eine unglaubliche Kraft, die sollten wir nicht unterschätzen also auch nicht überschätzen.
00:25:28: aber ich gehe nicht damit... Ich will nicht die Welt retten!
00:25:31: Ich denke irgendwie ich möchte nur meine Meinung sagen und möchte nur Fragen stellen und möchte niemanden belehren.
00:25:36: und das ist immer ein sehr schmaler Grad weil wenn du dich natürlich irgendwie politisch in irgendeiner Weise äußerst dann wie gesagt Du wirst angegriffen, du wirst gehasst aber auch geliebt dafür und am Ende ich mache mein Ding.
00:25:47: Ich wiederhol mich da, aber ich kann nur meinen Ding machen und glaube daran dass meine Musik... also mich selbst verändert meine Musik!
00:25:54: Ich schreibe manchmal Sachen die durchaus therapeutische Züge haben wo ich viel raus lasse, wo ich über Abgründe singe, die ich habe oder wo ich Ängste singe wie ich habe Und das tut mir selbst gut.
00:26:06: und ich hatte jetzt.. ich hab ein Lied auf dem neuen Album das heißt Keine Angst wo ich darüber singe, dass es schwer ist, optimistisch in die Zukunft zu gucken.
00:26:14: Das ist aber genauso scheiße als pessimistisch.
00:26:17: Dass es am Ende nur darum geht keine Angst zu haben, dass man versuchen muss sich nicht von Angst leitenzulassen und hatte jetzt ein Feedback von einer Lady, die gesagt hat sie ist im psychotherapeutischen Behandlung und schon Haufen Sitzungen gehabt.
00:26:31: Und mein Lied habe ihr mehr geholfen als alle Therapiesitzung zusammen.
00:26:36: Deswegen war für mich ein Hammer Kompliment.
00:26:39: Und wie gesagt, ich beschätzt mich dann nicht.
00:26:40: Aber... Ich unterschätze mich da auch nicht!
00:26:42: Du hast ja gesagt du hast ein neues Album veröffentlicht Ende März wenn ich mich richtig erinnere.
00:26:46: Wie wichtig sind denn da noch die Verkäufe dieses Albums?
00:26:50: Guckst du da immer auf die Verkäufe oder ist dir das mehr oder weniger egal?
00:26:54: Kommt mir auf die Konzerte an oder wie siehst du das?
00:26:56: Nein es ist ja Unsinn.
00:26:57: Klar ist es immer schön wenn du wenn du Zuspruch kriegst und Zuspruch heißt ja irgendwie viele Leute kaufen das aber aus Kaufwert kommen doch jemanden Tonträger.
00:27:05: genau deswegen ist das irgendwie.
00:27:07: Da hat sich viel verändert, aber das ist der Lauf der Welt.
00:27:10: Und da muss man eben gucken wie man damit zurechtkommt.
00:27:12: Musiker und Musikerin verdienen ihr Geld heute dadurch dass sie ihren Arsch auf die Straße tragen und dass wir irgendwie auf Tour gehen und nicht mehr durch Plattenverkäufe weil Streaming-Dienste verdient gar nichts mehr oder so gut wie gar nix mehr.
00:27:25: hey es ist mir nicht egal.
00:27:26: Aber für mich war für mich übrigens nie der Motor Es war nie irgendwie das Ding, was ich gesagt habe Hey!
00:27:32: Ich will irgendwie Millionär werden Oder ich will ein Haufen Kohle verdienen.
00:27:35: Für mich ging's schon immer um die Musik.
00:27:38: Und sei es, wenn ich damals getextet habe... Ich wäre so gerne Millionär!
00:27:41: Das war eine Zeit wo wir echt keine Kohle hatten und wo wir froh waren in Hamburg im Studio zu sein und einen vollen Kühlschrank zu haben und umsonst da Pennen konnten und eine Platte aufnehmen konnten.
00:27:52: und deswegen war das ein Lied das sozusagen raus wollte und das war...ich singe schon über das was ich meine.
00:27:58: Das glaube ich.
00:27:59: Max dein Kühl schrank ist hoffentlich voll Und du hast uns voller Kraft ein neues Lied mitgebracht.
00:28:06: Mein Gott, war das wieder ein Übergang!
00:28:07: Ich bin begeistert von mir selbst.
00:28:10: Also das hätte man ja nicht schöner hinbekommen können.
00:28:13: Ja absolut.
00:28:13: Ich wollte noch was sagen zu diesem... Kann Musik politisch sein oder so?
00:28:17: Das Lustige ist.
00:28:18: ich habe in meiner Jugend sehr viel harte Gitarrenmusik gehört und bin dadurch auch ein bisschen politisiert worden weil da ein paar Fresh-Metal-Bands dabei waren.
00:28:25: die haben schon ziemlich deutlich ihre Meinung gesagt über die Umstände damals politisch Bush Senior die amerikaner auch teilweise sehr konservativ und so und deren sichtweise hat mich ein stückweit während meines heranwachsens politisiert.
00:28:40: und heutzutage erleben die das zum beispiel in den sozialen medien dass leute zu ihnen sagen äußert also zu dieser band äußern euch mal nicht so politisch.
00:28:48: die haben also die letzten dreißig jahre unterm stein gelebt und gar nicht mitgekriegt, dass sie das schon immer gemacht haben.
00:28:53: Die haben schon immer ihre Meinung gesagt oder politische Position bezogen und das kommt ja offensichtlich auch gut an.
00:28:59: Eine ganz andere Baustelle beackere ich jetzt musikalisch, nämlich... Ich habe mir echt Gedanken gemacht, da habe ich mir gedacht okay warte mal wir haben selber einen Kumbi-Gel da!
00:29:06: Ich muss echt ein bisschen Liebe, Mühe reinlegen dass wir in einem schönen Titel haben wo auch im Gesang etwas passiert und in den Arrangements und ich bin glaube ich fündig geworden Und es ist tatsächlich sogar einer meiner Lieblingstitel.
00:29:18: Das der mir nicht sofort eingefallen ist eine Schande Das sind die Beach Boys mit God Only Knows.
00:29:28: Großartige Platte, also wirklich Pet Sounds.
00:29:31: Die Hammergeiste-Platte!
00:29:32: Also ich weiß das, dass Paul McCartney damals gesagt hat, ey das hätte ich gerne gemacht und es hat ihn wohl auch total inspiriert ja?
00:29:39: Also großartiger Song bleibt im Ohr und ist vor allem so charmant arrangiert, dass man sagt es ist sowohl harmonisch ausgefeilt und komplex.
00:29:50: also gar nicht so einfach glaube ich.
00:29:52: Und trotzdem klingt's ganz einfach.
00:29:53: die kriegen also diese kunst hin das man das hört und es bleibt sofort hängen.
00:29:57: und wenn man es dann versucht manchmal nachzusingen merkt man oh das sind doch ganz schön anspruchsvolle arrangements.
00:30:03: gerade im ende werden sie quasi gegeneinander singen.
00:30:05: alles so weit Wahnsinn!
00:30:07: Also Die Beach Boys sowieso ein ganz großer Meinstein, aber God Only Knows fand ich es gerade einer der Titel die super in das Konzept heute reinpassen.
00:30:18: Und die haben... Ich hab nachgelesen!
00:30:20: Die haben das Ding live im Studio eingespielt und ungefähr zwanzig Takes gebraucht.
00:30:35: Zwanzig
00:30:39: Ja,
00:30:42: das ist absolut nichts.
00:30:43: Sebastian Krumbiegel war heute unser Gast und wir haben noch viel zu besprechen.
00:30:48: Ich würde vorschlagen du kommst nochmal einverstanden?
00:30:50: Alles klar!
00:30:51: Dann bis zum nächsten Mal Tschüss, danke, dass du da warst.
00:30:54: Und außerdem mit dabei Andreas Zimmer und Markus Henkel.
00:30:58: ich bin Jerome Brunnel.
00:31:00: Ciao!
00:31:01: Das wars für diese Woche.
00:31:03: Nächste Woche sind wir wieder bei einer neuen Folge von Soundtrack of Life Geschichten die das Leben schrieben.
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