Timo Blunck als musizierender Schriftsteller
Shownotes
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Unsere Musik in dieser Folge:
Timo: Roxy Music - A really good time
Maegz: The Human League - Being boiled
Andreas: Teskey Brothers - Say you'll do
Jérome: Cindy Ruakere - New Zealand National Anthem
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00:00:02: Soundtrack of life.
00:00:05: Geschichten, die das Leben schrieb.
00:00:08: Ich bin Jerome Brinell, außerdem mit dabei.
00:00:10: Andreas, an die Zimmer.
00:00:11: Servus, Andreas.
00:00:13: Hallo.
00:00:15: Boah, du bist mit der tiefen Stimme.
00:00:16: Okay.
00:00:17: Markus Max Henkel ist auch mit dabei.
00:00:19: Grüß
00:00:19: dich.
00:00:20: Hi.
00:00:21: Schön dabei zu sein.
00:00:22: Und ich freue mich sehr.
00:00:22: Wir haben einen Gastnehmer schon mal bei uns hatten.
00:00:25: Nämlich Timo Blunk, er ist Autor.
00:00:28: Ja, Musiker, mit allem was dazu gehört.
00:00:30: Also er singt nicht nur, sondern spielt Instrumente.
00:00:33: produziert seine Musik, er schreibt seine Musik.
00:00:36: Herzlich willkommen, Timo Blunk.
00:00:38: Hallo,
00:00:38: welcome back.
00:00:39: Ich freu mich sehr, dass du wieder dabei bist.
00:00:41: Fangen wir mal ganz dramatisch heute an.
00:00:43: Ich hab gehört, du bist mal knapp dem Tode entronnen.
00:00:45: Stimmt das?
00:00:46: Ja, das stimmt.
00:00:47: Und zwar bin ich, hatte ich im Jahr ... ... im Jahr ... ... im Jahr ... ... im Jahr ... ... im Jahr ... ... im Jahr ... ... im Jahr ... ... im Jahr ... ... im Jahr ... relativ banal.
00:01:04: Ich hatte irgendwie so ein Bauchwandbruch und es hat sich eine Darmschlinge da drin verfangen.
00:01:09: Und zack, ist meine ganze Darm irgendwie nicht mehr weiter, konnte nicht mehr weiterlaufen, da bin ich irgendwie notoperiert worden.
00:01:15: Und das Interessante war, ich hatte einen Auftritt mit den Zimmermännern und bin tatsächlich ohnmächtig so seitwärts von der Bühne gekippt und dann sofort ins Krankenhaus gebracht worden.
00:01:25: Und dann haben die eine ganze Nacht an mir operiert.
00:01:28: und das Schlimmste eigentlich, die traumatische Erfahrung war, oder ist immer noch, dass der Anästhesist zu mir gesagt hat, so, wie ich, ich setze jetzt unter einer Kose, wenn sie nicht wieder aufwachen, dann liegt es daran, dass sie in der Darm geplatzt ist.
00:01:45: Und dann bin ich aber wieder aufgewacht und mein Sohn war da, ich habe drei Söhne, mein mittlerer Sohn war da und noch ein Freund von mir.
00:01:53: Und ich muss dann irgendwie, am Anfang ist man so in der Narkose ja immer ein bisschen benebelt.
00:01:58: Ich muss da so ausgerastet sein, dass ich überhaupt noch am Leben bin.
00:02:02: Das war wirklich unglaublich.
00:02:04: Und das war so ein bisschen auch die Initialzündung, um dieses Buch zu schreiben, das Erste.
00:02:08: Meine Güte, aber wir wollen jetzt hier nicht nur über Tod und Verderbensprechung.
00:02:15: Das
00:02:15: ist das, was alte Männer tun.
00:02:16: Da muss ich gleich mal reingregen.
00:02:18: Bist du auch der Meinung, dass man eigentlich aus negativen oder ja, solchen anfassenden Erlebnissen mehr künstlerisches Potential zieht, als wenn man halt sagt, ich komme nach Hause, meine Frau ist da, mir geht's gut, alles ist easy im Fluss.
00:02:32: Das kann er ja regelrecht lähmen, sagen manche Künstler.
00:02:34: Und andererseits, ja, man wird verlassen, man kann über die Trennung Songs schreiben, Bücher schreiben, was auch immer.
00:02:39: Wirkt das größeres Potenzial?
00:02:41: Wie schätzt du das ein?
00:02:42: Also ich würde gerne mal einfach so ein bisschen jetzt rewind und das, was du gerade eben gesagt hast, einfach nochmal abspielen.
00:02:48: Da hast du nämlich schon zwei Songs geschrieben.
00:02:50: Und der erste Song ist tödlich langweilig, um ganz ehrlich zu sein.
00:02:53: Ich komme nach Hause, meine Frau ist da, die Sonne scheint, der Hund begrüßt mich an der Tür und dann machen wir uns ein schönes, machen wir uns ein paar Schnittchen.
00:03:01: Und abends gucken wir noch einen Film und dann gehen wir früh ins Bett und morgen gehe ich zur Arbeit.
00:03:05: Das ist totes langweilig.
00:03:07: Aber irgendwie, ich hab mich meiner umgebracht, weil meine Freundin mich verlassen hat.
00:03:12: Und was weiß ich, ne?
00:03:13: Das hat ein ganz anderes Drama.
00:03:17: Und ich glaube auch, dass man so ... Es gibt ja viele Songs, die finde ich extrem funktional.
00:03:22: Also Songs, um zu tanzen.
00:03:26: Und da finde ich so, ich finde Songs, die eine gute Laune machen, die sind ... Die gute Laune machen, die sind funktional.
00:03:32: Aber ich finde Songs, die so mit Trauma, mit Drama dienen, die so irgendwie so dunkel sind, die sind emotional.
00:03:41: Die nehmen dich auf eine ganze andere Weise mit, als wenn du irgendwie ein Song hast, der so einen flotten Beat hat und dir irgendwie ein bisschen gute Laune macht oder so, oder dich morgens auch bei der Autofahrt darüber hinweghilft, dass du wieder eine halbe Stunde im Stau stehst oder so.
00:03:54: Das Konzept ist ja auch bei dir manchmal so, du machst happy Musik und krasse Texte.
00:03:59: Wie wär's denn, wenn du mal oder wenn man ... als Musiker jetzt nicht du, tatsächlich Happy Texte macht.
00:04:05: Ich kam nach Hause und wir haben Kartoffeln geschält und dann Puffer gegessen.
00:04:08: Und dazu ziemlich krasse Musik wäre doch das gespiegelte Konzept.
00:04:13: Also
00:04:13: auf eine Art ist ja Palais Schaumburg manchmal so, ne?
00:04:16: Also wenn du dir zum Beispiel den Song Telefon anhörst, ich glaube, ich bin ein Telefon, romantisches kleines Telefon.
00:04:27: Und da drückt das.
00:04:33: Du hast
00:04:37: auch schon sehr früh angefangen Musik zu machen, aber ich glaube das erste Instrument was du gelernt hast War ein Instrument, wo ich jetzt eher, muss ich ganz ehrlich, gestehen, ja, junge Mädchen assoziere, nämlich Querflöte.
00:04:49: Ja, also meine Schwester und ich, wir mussten bei den klassischen Instrumenten lernen.
00:04:52: Meine Schwester musste geil lernen, das noch schlimmer als Querflöte.
00:04:54: Ich musste Querflöte lernen.
00:04:56: Ich bin ja nicht der Meinung, dass es da irgendwie so, dass es gender-spezifische Instrumente gibt.
00:05:01: Ich finde zum Beispiel Frauen können wunderbar Kontrabass spielen, obwohl das ja einfach ein echter Kraftakt ist.
00:05:07: Ich weiß nicht, ob du diese Bassistin kennst aus der Bass- von Stephen Colbert.
00:05:13: Also ich finde, da gibt es eigentlich keine wirklichen, gender spezifischen Instrumente.
00:05:18: Querflöte ist ein tolles Instrument, aber total nutzlos.
00:05:21: Wie die Mais, also es gibt ja Blasinstrumente, die haben noch irgendwie eine bisschen andere Funktionen, die sind auch ein bisschen im Zusammenhang mit einer Band, finde ich nützlicher, weil die irgendwie mehr Power haben, wie zum Beispiel Trompete oder Saxophon oder auch Posaune.
00:05:35: Kannst auch im Satz spielen.
00:05:36: Kannst mit der Flöte eigentlich auch auf Flöte halt echt wenig Power.
00:05:39: Und vor allen Dingen Blas.
00:05:41: Damit kannst du dich nicht begleiten.
00:05:42: Also du kannst nicht gleichzeitig singen.
00:05:44: Flöte spielen und vor allen Dingen kannst du damit auch keine Akkorde spielen.
00:05:48: Und deswegen ist, finde ich, so eine Flöte oder auch ein Blasseninstrument für ein Songschreiber wie mich, der sich auch selbst begleitet und singt, völlig nutzlos.
00:05:56: Aber nichts gegen Querflöte, die liegt immer noch am Keller und ab und zu spiele ich sie nochmal und auf der Schlaffotograf habe ich sie auch gespielt.
00:06:03: Ja, aber ich habe dann relativ schnell angefangen, Gitarre zu spielen und habe auch gegen den Willen meiner Eltern Gitarrenunterricht genommen und bin dann von der Gitarre zum Bass gekommen, weil bei Pallishamok war ich ja Bassist.
00:06:14: Ian Anderson hat gerade angerufen von Jeff Rottal und hat gemeint, bei uns in der Sendung kommt gerade die Querflöte extrem ungut weg.
00:06:21: Das
00:06:21: prangert er an, das geht gar nicht.
00:06:23: Ich muss mal zwei Sachen zu Ian Anderson sagen.
00:06:25: Also erst mal als es so, ich finde, der spielt ja Querflöte, der spielt ja Spitflut.
00:06:30: Also der spielt ja nicht so, wie man spielt eine Querflöte, in der man über das Mundstück rüberbläst, so wie man auch über eine Flasche rüberbläst.
00:06:37: Das ist ja immer dieser... Da
00:06:39: hat er auch die
00:06:40: Flasche zur Hand.
00:06:41: Ja,
00:06:42: genau.
00:06:43: Und der Ian Anderson, der spielt so.
00:06:48: Der spuckt immer gleichzeitig.
00:06:50: Und das hat wieder eine ganz andere Dynamik.
00:06:52: Das hat schon was Rockiges.
00:06:54: Das hat Power.
00:06:55: Wobei ich bei Ian Anderson immer denke, wenn ich den sehe oder wenn ... Ich hab den noch nie live gesehen, aber ich hab mir den mal auf YouTube angeguckt.
00:07:02: Der steht immer nur auf einem Bein.
00:07:04: Das find ich sehr, sehr strange.
00:07:06: Und dann denk ich auch immer, was der für Muskelkarte haben muss nach so einer Show.
00:07:12: Der steht immer auf einem Bein und das andere Bein macht irgendwie immer so wie so ein Hahn oder so komische Kratzbewegung.
00:07:17: Ich glaub, das macht er jetzt auch nicht mehr, aber hat eine Zeit lang gemacht, das stimmt ja.
00:07:21: Die, die in die Flötespucken, die hatte ich auch immer bei mir im Blockflöten aus.
00:07:24: Ich wollte nämlich grade noch sagen, ich unterbiet euch noch alle mit dem Uncools.
00:07:34: Das war, weil ich eine Sexheim gebracht hatte in Musik und meine Eltern gesagt haben, so, das reicht, jetzt ist vorbei, der Junge lernt jetzt ein Instrument und Musik von der Pieke auf mit die Noten, wo sie hingehören auf die richtigen.
00:07:45: Ich muss
00:07:45: dich korrigieren, es gibt noch ein noch schlimmeres Instrument als Blockflöte, nämlich die Melodika.
00:07:52: Das ist kein Instrument.
00:07:53: Das ist eine Zumutung.
00:07:55: Das ist kein Instrument.
00:07:56: Allerdings muss ich zu Melodika auch was sagen.
00:07:58: Es gibt nämlich zum Beispiel im Reggae und vor allem auch in der Dub-Musik ist die Melodika sehr angesagt.
00:08:04: Und jetzt, wir waren ja beim letzten Mal, haben wir über Donald Fing von Silly Dan gesprochen.
00:08:10: Das gibt ganz viele Keyboarder, die auch eine Melodika spielen.
00:08:15: Teilweise eben mit einem Schlauch, damit sie auch sehen können, was sie spielen.
00:08:18: Es ist auch eigentlich, es ist grundsätzlich kein uncooles Instrument.
00:08:24: Also vor allen Dingen, wenn du es vielleicht sogar benutzt, um damit andere Töne zu triggern.
00:08:28: Grundsätzlich klingt das schon ziemlich fies, das so recht.
00:08:30: Ja, ich hab das lernen müssen.
00:08:32: Ich war tatsächlich Melodika-Unterricht in Freiburg.
00:08:35: Und ich fand es einfach noch furchtbar.
00:08:37: Ich wollte eigentlich Klavier spielen.
00:08:38: Ich hatte meine Eltern gesagt, ich hätte gerne ein Klavier, aber wir hatten weder Platz noch Geld für ein Klavier.
00:08:43: Und deswegen wurde es dann eben der Melodiker.
00:08:46: Beschwer
00:08:46: dich nicht, es war ein Pusteklavier.
00:08:50: Hättest du Beats drunter gepackt, dann hättest du die Gorillaz gründen können.
00:08:55: Sei froh, dass du nicht Maul Trommel gelernt hast, das wär noch anspruchsloser.
00:08:59: Naja, jetzt wurde es ja, als ich hier in der Pandemie saß, dann wurde es ja die Ukulele.
00:09:04: Das ist ja auch ein schönes Instrument.
00:09:06: Ah, du wandeltest auf Marilyn Monroe's Spuren.
00:09:08: Ein bisschen.
00:09:09: Timo, wir haben jetzt ganz, ganz viel über Musik gesprochen.
00:09:13: Jetzt mal ganz blöde Frage.
00:09:14: Du machst ja so viele Dinge in deinem Leben, also auch jetzt beruflich.
00:09:18: Du schreibst, du produzierst Musik.
00:09:21: Hast du auch andere Hobbys, die du machst in deinem Privatleben?
00:09:24: Also, hast du gerne Fahrrad oder hast du zwanzig Hunde, die du versorgst?
00:09:29: Oder was machst du in deiner Freizeit?
00:09:30: Hast du überhaupt Freizeit?
00:09:32: Ja, ich finde es wunderbar, wenn man eigentlich das, was man berufen nicht macht, auch als Hobby macht.
00:09:38: Wie heißt es immer so schön, wenn man seinen Hobby zum Beruf macht, dann hat man nie lange Feile.
00:09:44: Es ist allerdings so, dass ich mein Hobby eben ein bisschen zu sehr zum Beruf gemacht habe, also beziehungsweise diese Leidenschaft, die ich für Musik schon immer gemacht habe, die habe ich dann irgendwann mal angefangen zu commercialisieren.
00:09:56: Und ich habe es aber trotzdem hinbekommen, dass Musik immer noch mein Hobby ist, obwohl ich professionell Musik mache.
00:10:01: Das heißt, wenn ich Musik mache und es ein bisschen mehr so als mein Hobby betrachte, dann mache ich was ich will und muss für niemanden arbeiten.
00:10:09: Und wenn ich Musik professionell betreibe, dann habe ich einen Auftrag, dann habe ich einen Briefing, dann muss ich irgendwas komponieren für jemanden, der von mir möchte, dass ich so klinge wie Coldplay oder wie auch immer.
00:10:19: Und insofern ist Musik nach wie vor mein Hobby.
00:10:21: Ich habe zwei Hunde.
00:10:22: Ja, ich gehe viel mit meinen Hunden spazieren.
00:10:26: Ich lese unheimlich viel, dass was auf eine Art auch ein Hobby ist, obwohl ich mittlerweile auch tatsächlich feststelle, dass ich teilweise jetzt auch Literatur lese, die mir nützt, um meine eigenen Bücher zu schreiben.
00:10:37: Das hat dann manchmal auch schon ein bisschen was Educatives und ist dann auch wieder irgendwie nicht nur Hobby, sondern auch Job.
00:10:43: Aber ansonsten, nee, hab ich sonst nichts.
00:10:44: Also ich hab jetzt, ich bin kein Segelflieger und ich bin auch kein Craft Beer Hersteller oder keine Ahnung, was die Leute so alles machen.
00:10:55: So ein Thermomix?
00:10:56: Ne, wir auch nicht.
00:10:58: Wir hätten jetzt Thermomix Rezepte tauschen können.
00:11:01: Ich kann auch nicht kochen.
00:11:02: Ich
00:11:02: kann nicht kochen.
00:11:04: Ich kann auch nicht
00:11:05: kochen.
00:11:05: Deswegen
00:11:06: hab ich einen Thermomix.
00:11:07: Genau, weil ich nicht kochen kann.
00:11:09: Aber es ist lustig.
00:11:10: Du hast ein Hobby zum Beruf gemacht.
00:11:12: Ich hab mich dagegen entschieden, mein Hobby zum Beruf zu machen.
00:11:15: Mein Hobby war lange Zeit die Fliegerei.
00:11:17: Und ich hab dann tatsächlich überlegt, soll ich Berufspilot werden?
00:11:20: Und hab mich dann aber wirklich dagegen entschieden, weil ich gesagt habe, nee, nachdem ich mal einen Tag im Cockpit vorne mitgeflogen bin, in einer sieben, drei, sieben.
00:11:27: Nee, das will ich dann doch nicht, weil ... dass wir dann doch ein bisschen zu servietaxi fahren.
00:11:32: Außerdem bist du ja, wie soll ich sagen, in den schmalen Piloten sitzt, hättest du gar nicht reingepasst.
00:11:38: Danke schön, Andreas.
00:11:40: Muss
00:11:40: gesagt werden, muss mal gesagt werden.
00:11:43: Also,
00:11:43: ich hätte eine Frage an Timo, weil du machst ja nicht nur deinen Hobby zum Beruf, du machst ja teilweise sogar dich selbst als Person, als Figur zum Song zum Beruf.
00:11:54: Du hast ja ein Song geschrieben, der heißt Timo Blunk.
00:11:56: Und ich bin über die Zeile gestolpert.
00:11:59: jemand, der ich nicht mehr bin erlebt, mein Leben ohne mich.
00:12:02: Und ich dachte, das klingt total smart und hab gedacht, ich hätte es verstanden.
00:12:06: Und dann habe ich aber gedacht, nee, vielleicht hake ich doch mal lieber nach, ob ich es richtig verstanden
00:12:10: habe.
00:12:11: Ja, die Zeile geht... Der Mann, der ich nicht mehr bin, erlebt mein Leben ohne mich.
00:12:17: So geht das.
00:12:19: Der Song Timo Blunk, das ist mein eigener Nachruf auf mich selbst.
00:12:23: Du musst dir das so vorstellen, das ist die Grabrebel.
00:12:29: die Grabrede, die ich für mich selber über meinem Grab singe oder spreche.
00:12:34: Und so habe ich dieses Lied konzipiert.
00:12:36: Ich bin also gestorben.
00:12:38: Und zwar gestorben bin ich eben, weil ich eben so ein krasser Hund bin und so ein schlimmes Leben gelebt habe und so.
00:12:45: Und natürlich habe ich mal wieder Maastiffs übertrieben und das eben auf so ein literarisches Level hochgehoben.
00:12:51: Aber ja, und dieser Timo Blunk, um den es da geht, ich habe ja früher immer das Konzept des bösen Zwillings gehabt.
00:12:58: Also dass man irgendwie zwei Personen ist.
00:13:01: Und diese zweite Person, mein böser Zwilling, der hieß ja in dem ersten Buch Knirpsi Schröder.
00:13:07: Und das war der, der mich immer dazu angehalten hat, all diese schlimmen Dinge zu tun, Drogen zu nehmen, zu saufen und alle anderen möglichen Dinge zu tun, Menschen schlecht zu behandeln.
00:13:17: Und in diesem Song nehme ich eben Abschied von dem.
00:13:20: Und singe deswegen, der Mann, der ich nicht mehr bin, erlebt mein Leben ohne mich.
00:13:26: Der macht weiter, aber ich nehm Abschied von ihm.
00:13:29: So ein bisschen so, okay, ich schließe jetzt damit ab, ab sofort nehm ich keine Drogen mehr, ab sofort bin ich keine Arschlochen mehr, ab sofort, ja, der böse Zwilling, den trage ich jetzt zu Grabe.
00:13:40: Du schreibst
00:13:40: ja nicht nur Songs, sondern du schreibst eben auch Bücher und auch Romane, Kriminalromane und so weiter.
00:13:46: Wie ist das denn mit den Namen?
00:13:48: Wie inspirierst du dich da?
00:13:50: Ich hab immer davon geträumt, dass es mal ein Auto gibt, der meinen Namen nimmt und den verwendet in einem Buch.
00:13:58: Das können wir gerne machen.
00:13:59: Kommissar, Jerome Brunel, find ich krass.
00:14:01: Der Name Jerome Brunel, da müsstest du mir noch kurz was darüber erzählen, wieso heißt du eigentlich so?
00:14:06: Weil mein Vater Franzose ist.
00:14:08: Ah ja, und deine Mutter ist Deutsche.
00:14:11: Okay, und der durfte auch den Vornamen bestimmen.
00:14:13: Die haben das gemeinsam gemacht und ich glaube, das hatte irgendwas mit Saint-Exupery zu tun.
00:14:18: Aber was genau habe ich nie rausgefunden.
00:14:20: Ja, okay.
00:14:21: Ja, also, aber danke.
00:14:24: Es wird jetzt eine Person in meinem neuen Buchstil Rom Brunel heißen.
00:14:26: Das hast du jetzt davon.
00:14:29: Ja!
00:14:31: Weil das ist ja wohl so ein guter Name.
00:14:34: Ja.
00:14:34: Ja, das ist wirklich, der ist sehr gut.
00:14:35: Der ist sehr gut.
00:14:36: Also, ich hab schon gedacht, wahrscheinlich sein Künstlername oder so.
00:14:38: Ja, das
00:14:39: denken nicht viele, aber es ist tatsächlich mein echter Name.
00:14:42: Wie lässt du dich normalerweise inspirieren, wenn da jetzt nicht so gestörte Leute wie ich vor dir sitzen?
00:14:47: Im Namen fallen mir immer sofort ein.
00:14:49: Ah, okay.
00:14:51: Da hab ich, ich weiß auch nicht warum.
00:14:53: Also ich hatte zum Beispiel, mir fällt das ein und anschließend gehe ich der Sache auf den Grund.
00:14:59: Zum Beispiel mein Mittler in dem neuen Buch oder das ist ja jetzt eine Serie, der heißt Tom Mangold.
00:15:04: Der hieß ursprünglich mal Torben Mangold.
00:15:07: Der hieß sogar ... Und der ist wiederum inspiriert durch einen Klassenkameraden.
00:15:10: Das habe ich aber erst anschließend mir so selbst erklärt, der Torbenherbold hieß.
00:15:14: Was aber so einen ähnlichen Gruf hat.
00:15:16: Ich finde, ich finde, ich finde Name, Enkel, Vor- und Nachname zusammen.
00:15:20: In meinem Buch darf nicht mehr als vier Silben haben.
00:15:23: Also meine Söhne zum Beispiel haben alle nur vier Silben.
00:15:27: Beziehungs- oder nur drei Silben.
00:15:29: Ich habe auch selber nur drei Silben.
00:15:31: Alles über vier Silben hinaus, finde ich, sind keine guten Namen.
00:15:34: Aber so laut, das ist so internalisiert.
00:15:36: So wie alles, was ich schreibe, hat immer so einen bestimmten Gruf.
00:15:39: Und ich kann dir aber nicht erklären, warum ich dann da noch ein Adjektiv reinsetzen muss, weil sonst fließt der Satz nicht.
00:15:45: Und bei Namen ist es auch so.
00:15:46: Aber bei Namen ist es wirklich oft so.
00:15:47: Also zum Beispiel die Bösewichte in meinem Kleinstil über Sterben heißt Josefa Goldstaub.
00:15:54: Das ist mir einfach so eingefallen.
00:15:56: ich gar nicht darüber nachdenken.
00:15:58: Na gut, mein Name hat ja vier Silben.
00:15:59: Passt ja.
00:16:01: Genau, vier Silben funktioniert.
00:16:03: Zugast ist bei uns Timo Blunk.
00:16:05: Er ist Autor und Musiker und wie gesagt unser Gast heute und jeder, der bei uns zu Gast ist, der hat das Privileg.
00:16:13: Er darf als Erster eine Platte mitbringen, die für ihn eine ganz besondere Rolle spielt.
00:16:19: Timo, was hast du uns diesmal mitgebracht?
00:16:21: Diesmal habe ich etwas mitgebracht von der Band Roxy Music, die mich vor allen Dingen als Frühteenager sehr beeinflusst hat.
00:16:30: Brian Ferry, ich wollte immer Brian Ferry sein.
00:16:32: Ich habe auch mich so angezogen wie er, was mein Erdene überhaupt nicht gepasst hat, weil die waren ja Hippies und der bin ich immer mit Kummerbund und Fliege und Dinnerjacket rumgelaufen und zwar auch irgendwie am Sonntagnachmittag.
00:16:46: Das gefiel den nicht.
00:16:48: Mein Lieblingssong von Roxy Music heißt A Really Good Time und das ist ja immer so, ich weiß nicht, ob das euch auch so geht, aber es gibt so Songs, wenn man die so als Kind oder als Jugendlicher gehört hat, da kann man jedes Wort und man kann auch absolut jede Inflection und Widerfrasiert und so genau nachsehen.
00:17:09: Bei diesem Lied ist es so, ich kann den so kom... exakt kopieren und ich kann das so exakt mitsingen, das ist schon ein bisschen spooky auch für mich selbst, weil das singe ich dann mal zehn jahrelang nicht, dann läuft es wieder und ich kann es exakt wieder genau mitsingen.
00:17:27: und das ist für mich und das ist so ein Song der mich auch immer selbst zum heulen bringt.
00:17:32: Ich glaube eigentlich, es rührt noch so aus der Kindheit oder so, deswegen ist das für mich so wichtig.
00:17:39: Auch emotional.
00:17:40: Ja, wobei, das ist vom Album Country Life, von hier in den vergangenen Jahren.
00:17:45: Und die Kritik, also Rocks in Music war ja oder... Ja, war eine Art Rock Band.
00:17:51: Auch der Brian Ferry hat sich früher mal gerne verkleidet auf die Bühne gestellt und hat sehr anspruchsvolle Songs komponiert.
00:17:56: Das hat ja dann mit Art Rock zu tun.
00:17:58: Die Kritik war relativ gespalten bei dieses Album.
00:18:01: Das war ja nicht das erste, das dritte,
00:18:02: vierte.
00:18:04: Und die Kritiken gingen von einerseits, ich zitiere, äußerst differenzierte Musik für Leute, die sich am Feinheiten Details und Details von Details erfreuen können.
00:18:14: Auf der einen Seite und auf der anderen Seite zitieren wieder.
00:18:16: Die Songs funktionierten eher als musikalisches Vehikel für Ferries Lyrik und seinen manerierten, rezitativen, stakatoartigen Gesang.
00:18:26: Also schon ein ganz schöner Widerspruch zwischen...
00:18:29: Ja,
00:18:29: muss ich jetzt nicht aufführen.
00:18:30: Jeder hat den Widerspruch gehört, aber so hat es eben die Kritiker zerrissen.
00:18:35: Ich tendiere eigentlich mehr so von meinem Gefühl aus zur ersten Kritik.
00:18:41: Also ich habe das letzte Jahr mal, letzte Mal habe ich ja über Steady Dan gesprochen.
00:18:46: Steady Dan waren ja höchstgradig musikalisch gebildet.
00:18:49: Die haben ja auch studiert und so.
00:18:51: Roxy Music war das überhaupt nicht so.
00:18:54: Das waren ja so richtige, die kommen ja aus Newcastle oder so.
00:18:57: Das sind totale... Arbeiterkinder gewesen, die hat überhaupt keine musikalische Bildung.
00:19:02: Ich weiß, dass Brian Ferry z.B.
00:19:03: seine Songs immer nur auf den schwarzen Tasten komponiert hat, weil er, wenn man nur auf schwarzen Tasten spielt, dann hat man so eine bestimmte Harmonik, die irgendwie immer funktioniert.
00:19:12: Die hatten also von Musik relativ wenig Ahnung, das ist teilweise unheimlich holzig, aber auf der anderen Seite macht das... eben diesen Stil aus.
00:19:19: und wie dann Brian Ferry da drüber singt.
00:19:22: In diesem Fall ist wirklich die Interpretation sehr viel wichtiger als das Song schreiben.
00:19:27: Auf jeden Fall gleich zu Stili Dan, wo die, ich würde mal sagen, Donald Fagan ist von sehr erkennbarer und wieder erkennbarer Sänger, aber ist kein wirklich guter Sänger.
00:19:38: Während Brian Ferry ist ein exzellenter Sänger.
00:19:42: Der ist unfasslich gut, der hat seine Stimme wahnsinnig unter Kontrolle.
00:19:45: Und also das heißt, war immer mehr eigentlich die Interpretation oder auch das Arrangement wichtig als als das Songwriting und die Komposition.
00:19:54: Und was noch wichtig war, das ist, hört her, hört her vor allem Jerome Brunel mit dem sexy Namen.
00:20:01: Die Plattencover von, die Plattencover von Roxy Music, da waren fast immer leicht begleitet, sehr leicht begleitet Mädels drauf und ich weiß schon, wer sich hier demnächst alle Platten kaufen wird, ne, Jerome?
00:20:14: Und ja, das gab auf jeden Fall Ärger.
00:20:16: Wobei man sagt, Brian Ferry soll nicht wirklich ein Kostverächter gewesen sein.
00:20:20: Und ich habe eine Geschichte gehört von jemandem, der dabei gewesen sein will.
00:20:25: Da ging es darum, dass der Tourmanager immer den Auftrag hatte, hübsche Mädels und intelligente Mädels rauszusuchen, mit denen sich danach der Show gerne getroffen hat.
00:20:34: Übrigens, Brian Ferry begnadet der Sänger.
00:20:37: Leider singt er heute nicht mehr.
00:20:39: Er macht weiterhin Musik, aber er mag nicht mehr singen.
00:20:41: Er sagt, er hat alles besungen, er muss nicht mehr.
00:20:43: Naja, das liegt daran, weil er keine Stimme mehr hat.
00:20:45: Also, der hat schon seit einiger Zeit keine Stimme mehr.
00:20:47: Es gibt ja einige, das frage ich mich immer, warum keiner das anspricht.
00:20:51: die letzten Almen, die er gemacht hat, da hat er auch nur noch geröchelt.
00:20:54: Insofern kann ich es gut verstehen, dass er nicht mehr singt.
00:20:57: Ich hab mehrere Biografien von Brian Terry gelesen.
00:21:00: Der hat immer über sich gesagt, ich bin ein homosexueller Gefang im Körper eines Heterosexuellens.
00:21:07: Da geht's ja um Stil und um so dieses Haraufbeschwören von Images, vor allem auch natürlich aus den Fünfzigern.
00:21:14: Der hat sich immer wahnsinnig viel Gedanken gemacht darüber, was er anzieht, aber eben auch diese Cover, die passen überhaupt nicht in die ... Wenn man sich mal den Rest der Siebziger anguckt, guckt ihr mal bitte die Bands an.
00:21:23: Was weiß ich, wenn du dir Pink Floyd anguckst, das sind alles solche Schlümpfe.
00:21:27: Und er hatte eben immer dieses, das war ja noch Glamm, bevor Glamm überhaupt anfing.
00:21:32: Und insofern ist das, finde ich, ein faszinierender Mann.
00:21:35: Ich hab den auch mal getroffen.
00:21:37: Ich hab mal die zweite Grace Kairos-Platte.
00:21:41: Das war auch so eine Band von mir.
00:21:43: Die hab ich in einem Studio, das hieß Orinoco, in London aufgenommen.
00:21:46: Und da hab ich ihn mal getroffen.
00:21:48: Der Typ ist auch riesig groß und der ist einfach wirklich eine Erscheinung.
00:21:53: So elegant und so ... Da hab ich dann gedacht, das hatte schon Sinn, dass ich zudem so aufgeschaut habe.
00:22:02: Ich
00:22:02: möchte nur eins anmerken, für die Schlimmste bin ich zuständig hier.
00:22:07: Und für Falle Aberhams.
00:22:10: Ihr wollt unsere Titel anhören?
00:22:11: Kein Problem.
00:22:13: Bei Spotify und Deezer gibt's unsere Playlist.
00:22:16: So,
00:22:18: ein Stumpf ist auch der Max.
00:22:19: Was hast du uns heute
00:22:20: mitgebracht?
00:22:21: Hat die Schlumpfrisur auf jeden
00:22:22: Fall.
00:22:22: Ja, auf jeden Fall.
00:22:24: Ja, ich nehme das.
00:22:24: Ich nehme das als Kompliment.
00:22:26: Die rutscht da, die würde da runterrutschen.
00:22:28: Ich hab das mit meinem Problem regelmäßig im Winter.
00:22:30: Die Mützen rutschen immer von der Glatze.
00:22:32: Ich hab heute ein Song mitgebracht aus dem Jahr neunundsiebzig.
00:22:37: Warum nicht?
00:22:38: Der klingt, finde ich, gar nicht wie aus dem Jahr neunundsiebzig, weil es sind viele richtig abgefahrene Synthes drin.
00:22:43: Das Ganze kam mit New Wave schon aus den Spät-Siebzigern in die Früh-Achtziger.
00:22:49: Es waren The Human League und mein Titel, den ich da wirklich sehr, sehr liebe von The Human League, ist Being Boiled.
00:22:55: Und zwar in der Urversion.
00:22:57: Die haben das später nochmal eine andere Version aufgenommen.
00:22:59: Ich habe dann jetzt durch Recherche herausgefunden, dass die Urversion einfach auf dem Kassettenrekorder in der Fabrikhalle aufgenommen wurde.
00:23:08: Und das Ganze hat die ganze Produktion, wenn man es überhaupt so nennen darf, hat zwei Pfund fünfzig gekostet.
00:23:14: Selbst wenn man die Inflation zu Grunde legt und sagt, das war ja damals viel mehr.
00:23:18: Zwei Pfund Fünfzig ist, glaube ich, ein unglaublich niedriger Preis, um überhaupt ein Song zu machen.
00:23:24: Aber dieser Titel ist einfach sensationell.
00:23:26: Ich habe den als DJ später auch sehr, sehr gerne aufgelegt.
00:23:29: Immer wieder.
00:23:30: Der hat wirklich in unglaubliche Kombinationen davor und dahinter zu anderen Songs gepasst.
00:23:34: Aber wenn man so ein Herz hat für New Wave und für diese Musik aus dieser Zeit, dann ist das natürlich der absolute Klassiker.
00:23:40: Being Boyd in der, wie man es auch schön nennt, fast Version von The Human
00:23:44: League.
00:23:47: Furchtbar an.
00:23:48: Also ich kenne den Song aus den Achtzigern im Original und ja, da hat auch der erste Sohn meines Pappers, sprich ich, sich dazu bewegt, Tanzen möchte ich es nicht nennen.
00:23:56: Und hat total gegruft, wenn jetzt dieses Remaster von zwei tausend dreizehn oder so hörst, zu kantig, nicht mehr rund.
00:24:06: Überallt unsere Titel anhören?
00:24:08: Kein Problem.
00:24:09: Bei Spotify und Deezer gibt's unsere Playlist, Soundtrack of Life.
00:24:14: Timo, kannst du mit der Musikauswahl, die wir hier so treffen, was anfangen oder gehst du in eine ganz andere Richtung?
00:24:21: Also ich bin tatsächlich ein großer Human-League-Fan gewesen.
00:24:25: Jetzt nicht unbedingt Being Boiled, aber, ne, I was working as a waitress in a cocktail bar, don't you want me baby.
00:24:33: Und dann später, vor allem aber Heaven's Seventeen, Martin Ware und Ian Craigmarsh, die fand ich auch wahnsinnig toll.
00:24:40: We don't need that fascist groove thing, zum Beispiel.
00:24:42: Also, ja, mit... Human League kann ich absolut was anfangen, die habe ich auch live gesehen, irgendwann Anfang der Achtziger, finde ich toll.
00:24:50: Also insofern kann ich sehr gut was mit anfangen.
00:24:53: Das Tragische bei Human League war ja die beiden Masterminds, Gründungsmitglieder sind ausgestiegen und danach hatte denn die Band Human League zwei neue genommen, zwei Mädchen.
00:25:02: Und dann hatten sie Erfolg.
00:25:03: Wobei hier Being Boiled ist tatsächlich quasi die letzte Nummer.
00:25:08: eine Originalbesetzung.
00:25:09: Man muss das auch sagen mit einem sehr schrägen Text.
00:25:11: Vielleicht, wer das mal mag, kann das gerne mal nachlesen.
00:25:14: Es geht um Seidenraupenspinne und asiatische Kulte.
00:25:17: Also das ist alles ein bisschen verworren, ein bisschen psychedelisch, aber irgendwie passt es auch.
00:25:21: Andreas, Andy, mein Schatzele, was hast du heute mitgebracht?
00:25:24: Heute habe ich mal wieder tolle Musik aus fernen Ländern mitgebracht.
00:25:30: Nein, nicht aus Bayern.
00:25:31: Ich bin heute tatsächlich bis nach Australien gereist und hab die Tesky Brothers mitgebracht, mit Sail you do.
00:25:37: die Geschichte dazu, wieso ich auf diesen Titel gekommen ist.
00:25:40: Wir hatten hier schon mal Musikpromoter, Johannes, und der hat erzählt, man muss immer so ein bisschen die Leute, mit denen man spricht, beim Radiosendern einschätzen, was den gefällt.
00:25:49: Das macht Hannes super, er hat immer Sachen, die mir super gefallen.
00:25:52: Und da war ich zu Besuch beim Promotionschef von Universal Domestic, also die ganzen, im Prinzip die ganzen deutschsprachigen Sachen haben, die bei Universal erscheinen.
00:26:03: Sie haben aber eben auch Lana Del Rey aus Irgendwo... welchen Gründen gesahnt und sie haben also ein bisschen auch internationale Sachen und der, wir haben da gesprochen, das weiß ich, haben uns getroffen einmal, ein viertel Jahr einmal und er sagt, war ganz aufgeregt, also ich habe hier was, ich habe hier was, zeigt mir die Platte, so ein bisschen Orangsch verbinde ich damit, weiß ich nicht mehr, war die Platte Orangsch, Vinyl oder so was, er legt es auf seinen Plattenspieler und sagt, das gefällt dir hundert Prozent und wenn nicht fress ich ein Besen, hat den Besen geholt und dann fängt da an und das waren diese teski brothers und hat von null auf gleich schock verliebt so eine funk soul nummer.
00:26:37: ich dachte die kommen direkt aus den siebzigern anspruchsvoll produziert nicht billig Kein Trash.
00:26:44: Und ich sag, was ist das?
00:26:45: Bisher raus?
00:26:46: ist das irgendeine Motown, eine alte Motown-Sache.
00:26:48: Ich sag da, nee, das sind ein paar Brüder aus Australien, das ist die neue Scheibe von denen, die heißt Half Mile Harvest.
00:26:55: Und die ist von vorne bis hinten so, dass du denkst, die kommt aus den neunzehnten Siebzigerjahren mit Musik, die dich einfach in den Armen, wo dich ankuscheln möchtest.
00:27:04: Ich weiß nicht, das hat mich und mich hat schockiert, dass er gewusst hat, genau gewusst hat, dass mir das Zeug gefällt.
00:27:10: Und später dann, also die Teski Brothers sind tatsächlich... Das Album ist mit zwei Kumpels entstanden.
00:27:15: Auf irgendeiner Farm haben sie später erzählt.
00:27:17: In Australien.
00:27:18: Ich hatte aus irgendwelchen Gründen Crocodile Dundee vor Augen, als sie das erzählt haben.
00:27:23: Ich weiß aber nicht, ob das stimmt.
00:27:24: Die sind dann das erste Mal nach Europa gekommen, aufgrund ihrer Musik.
00:27:28: Das war für sie ein Traumwirt war.
00:27:30: Sie konnten es gar nicht fassen und waren ganz aus dem Häuschen.
00:27:33: Wir hatten eine halbe Stunde Interviewzeit.
00:27:34: Und weil sie so aus dem Häuschen waren, sich gefreut haben, es interessieren sich in Deutschland, den fernen Deutschland, Menschen für uns.
00:27:41: Gott, die hatten, ich glaube, Stunden miteinander gesprochen.
00:27:43: Das war natürlich eine tolle Nachbearbeitung.
00:27:46: Da sitzt ein Tag dran locker.
00:27:47: Und dann habe ich sie auch noch gesehen.
00:27:50: Irgendwie bei einer Universal Company Veranstaltung, wie sie gespielt haben.
00:27:54: Das mittlerweile tun die weltweit und haben Erfolg weltweit.
00:27:57: Das ist eine Band.
00:27:58: Kenner wollen das Album hören, bin ich sicher.
00:28:01: Leg ich meine Hand ins Feuer, sonst frisst der Ex-Promotion-Chefen Besen.
00:28:05: Und wer sie live sehen möchte, unbedingt hingehen.
00:28:08: Es ist kein Verlust.
00:28:13: Ihr wollt unsere Titel anhören?
00:28:14: Kein Problem.
00:28:16: Bei Spotify und Deezer gibt's unsere Playlist soundtrack of life.
00:28:21: Timo, wenn du mich näher kennen würdest, dann wüsstest du, dass ich ein sehr emotionaler Mensch bin.
00:28:26: Also wenn ich ein Film gucke, wo eine traurige Stelle kommt oder irgendeine blöde Fernsehserie, wo eine traurige Stelle kommt, dann bricht der Herr Brinell in Tränen aus.
00:28:35: Und da geht es mir auch mit der Musik so.
00:28:38: Für mich ist Musik jetzt nicht zu wissen, der hat die Gitarre gespielt und das war Platz drei in den deutschen Singlecharts, sondern mir geht es darum, ergreift mich dieses Lied.
00:28:50: Ja, emotional kann ich was damit anfangen.
00:28:53: Und ich bin da auf ein Ding gestoßen und zwar, ich glaube, jeder Mensch hat irgendwie so ein Sehnsuchtsort, so ein Land, wo er gerne mal hin möchte und wo er vielleicht noch nicht war.
00:29:02: Und es gibt viele Länder, die ich gerne reisen möchte.
00:29:06: Australien zum Beispiel wäre so ein Land, aber eben auch Neuseeland.
00:29:10: In Neuseeland wurde ja, glaube ich, der Herr der Ringe gedreht in dieser Landschaft, in dieser fantastischen Landschaft.
00:29:15: Ich würde die so gerne mal sehen und ich würde das gerne mal am eigenen Leib erfahren, dort zu sein.
00:29:21: Habe ich bisher noch nicht hinbekommen, ist ja auch Kleine Stückchen weg.
00:29:24: Aber ich hol mir ab und zu dieses Land musikalisch zu mir nach Hause.
00:29:31: Es gibt nämlich die Nationalhymne von Neuseeland und die ist sehr emotional.
00:29:36: Das ist mal so eine richtig schöne Nationalhymne.
00:29:39: Und die wird gesungen in dieser Version von Cindy Ruhr Kehre.
00:29:42: Ich nehme einmal, sprich sie so aus.
00:29:44: Ich habe versucht, irgendwas rauszufinden über diese Sängerin.
00:29:46: Ich habe zwar Fotos von ihr gefunden, aber sonst eigentlich nichts.
00:29:50: Kein Wikipedia Eintrag, keine Webseite, einfach gar ... Aber sie sind... Dann
00:29:55: gibts die auch nicht.
00:29:56: Doch,
00:29:56: die gibts... Die gibts und wie.
00:30:01: Sie singt nämlich diese Nationalhymne.
00:30:03: Und sie macht das so toll und so ergreifend.
00:30:06: Andreas, ich glaub, du kennst das Stück auch.
00:30:08: Hast du dann auch Tränchen in die Eukchen bekommen?
00:30:11: Du überschätzt mich.
00:30:12: Ich kannte das Stück nicht.
00:30:13: Ich hab's mir angehört.
00:30:14: Und ich muss sagen, Jerome Ascher auf meinen Haupt.
00:30:17: Ich werd dich nie mehr mit Vater Abraham um die Schlümpfe aufziehen.
00:30:21: Das ist wirklich eine sehr geile Nummer.
00:30:23: die mich, die sieben Minuten oder so, die nimmt mich voll mit.
00:30:27: Ja, das kann ich verstehen, dass sich das angesprochen hat.
00:30:29: Mich spricht das auch an.
00:30:31: Ich vermute, dass es eine Maori-Frau ist.
00:30:34: Und ich finde, ich beobachte das aus der Ferne.
00:30:36: Und natürlich Neuseeland, da wäre ich auch gerne mal.
00:30:39: Ich beobachte aus der Ferne so ein bisschen, wie sich Neuseeland versucht, mit seinen Ureinwohnern zu versöhnen.
00:30:46: Langsam, Schritt für Schritt.
00:30:48: Die Maori werden ... Sichtbarer im Stadtbild hörte ich.
00:30:54: Auch im Parlament.
00:30:55: Auch im Parlament.
00:30:56: Sie werden auch selbstbewusster.
00:30:59: Ein großer Trend aus dem Augenblick.
00:31:01: Bei den Maueris wurde viel tätowiert.
00:31:02: Die Männer haben die ganzen Arme voll tätowiert.
00:31:04: Frauen haben sich im Gesicht tätowiert, das Kind tätowiert.
00:31:07: Und viele Mauerifrauen, viele moderne Mauerifrauen lassen sich ihr höchst eigenes Total individuelles Tattoo aufs Kind tätowieren und sehen das als Befreiungsektes hoch, hoch, spirituell und emotional.
00:31:21: Und ich habe gesehen, wie zwei, drei sich haben da tätowieren lassen.
00:31:23: Die haben danach, oh ja, das bin ich.
00:31:26: Man sieht es auch öfter im Stadtbild.
00:31:28: Das finde ich großartig.
00:31:29: Da sollten sie weiter in die Richtung sich entwickeln.
00:31:31: Sie haben auch mal irgendwie über eine neue Flagge nachgedacht.
00:31:34: Kommt vielleicht mal.
00:31:35: Gut,
00:31:36: wir holen das gemeinsam an.
00:31:37: Timo Blunk, vielen Dank für deinen Besuch bei uns und zum zweiten Mal sogar schon.
00:31:41: Und ja, danke schön, dass du da warst.
00:31:44: Ich hoffe, es hat dir auch Spaß gemacht.
00:31:46: Für uns war das...
00:31:46: Hat mir großen Spaß gemacht.
00:31:48: Super.
00:31:49: Und aus dem war mit dabei Andreas Zimmer und Markus Henkel.
00:31:51: Und wie ich heiße, das steht demnächst in einem Buch von Tino Blunk.
00:31:56: Will er sein Versprechen
00:31:57: hält?
00:31:59: Oh ja.
00:31:59: Timo, ciao.
00:32:01: Ciao.
00:32:01: Tschüss.
00:32:10: Tschüss.
00:32:11: Ciao.
00:32:11: Vielen Dank.
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