Günter Schneidewind
Shownotes
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Unsere Musik in dieser Folge:
Günther: Lorne Greene - Bonanza
Andreas: Karat - Sieben Brücken
Maegz: Mister Big - Just take my heart
Jérôme: Mike Oldfield - Tubular Bells
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Andreas Zimmer:
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00:00:00:
00:00:02: Soundtrack of life.
00:00:05: Geschichten,
00:00:06: die das Leben
00:00:07: schrieb.
00:00:10: Hallo und herzlich willkommen.
00:00:11: Mit dabei
00:00:11: ist
00:00:12: Andreas Zimmer.
00:00:13: Grüß dich, Andreas.
00:00:16: Und aus dem Markus Henkel.
00:00:17: Grüß dich.
00:00:18: Hallo, willkommen zurück.
00:00:19: Ich bin Jerome Ronell und da sind wir wieder um ein bisschen über Musik, über Geschichten, über das Leben zu sprechen.
00:00:25: Und dafür haben wir uns auch wieder ein Studiogast eingeladen und ich bin eigentlich immer ... und glücklich über unsere Studio-Gäste, die wir bei uns zu Gast haben.
00:00:34: Aber heute so ganz besonders, weil der Günther Schneidewind, der heute bei uns zu Gast ist, der begleitet mich schon eine ziemlich lange Zeit durch mein Leben.
00:00:43: Hallo Günther, grüß dich.
00:00:44: Hallo, grüß dich, Jerome, einen schönen guten Abend aus Berlin.
00:00:47: Und ich sag,
00:00:48: du begleitest mich ein bisschen durch mein Leben.
00:00:49: Wir haben uns nie persönlich kennengelernt, aber wir fahren so ein bisschen Konkurrenten, wenn ich das mal so sagen darf.
00:00:54: Du hast beim STR moderiert und ich parallel zu den gleichen Zeiten, glaube ich, bei Hit Radio Antenne eins wirklich zur gleichen Zeit, also auch Tageszeiten, wir haben so ein bisschen gegeneinander
00:01:06: gesendet.
00:01:06: Und dann natürlich auch in der gleichen Region.
00:01:08: Und
00:01:08: wir haben in der gleichen Region gesendet, also Region Stuttgart und Umgebung.
00:01:12: Hast du mich damals überhaupt mit ... bekommen?
00:01:14: wahrscheinlich nicht, ne?
00:01:15: Ich war froh, dass ich alle meine Sendungen mitbekommen habe und nichts verpasst habe und natürlich übergebrückt, was die Kollegen so machen und mich dann auch ein bisschen darum gekümmert, wer ist denn sonst noch unterwegs dort?
00:01:25: Und die Antenne, die fiel schon sehr auf.
00:01:27: Also das war schon die Konkurrenz schlechthin.
00:01:30: Das muss man sagen.
00:01:31: Ja, als ich kam zur Antenne war es eher der kleine Bruder vom Sound her.
00:01:35: Okay.
00:01:37: Das ist eine Ansage.
00:01:38: Normalerweise bist du ja derjenige, der andere interviewt.
00:01:41: Heute bist du mal derjenige, der interviewt wird.
00:01:43: Ist das eine neue Situation für dich?
00:01:44: Oder gab es das schon mal
00:01:45: für dich?
00:01:45: Du wohnst bedürftig, ja.
00:01:46: War was andere, ne?
00:01:47: Aber
00:01:47: das Vorteil, ich musste mich nicht so sehr vorbereiten auf die Situation meines Gegenübers.
00:01:53: Letzte Platte oder was hat da privat gerade für Probleme?
00:01:57: Oder wie steht seiner Karriere gerade da?
00:01:58: Das muss ich ja alles nicht machen.
00:02:00: Was ihr mich an alles fragt, konnte ich ja nicht wissen.
00:02:02: Das grobe Thema ist vorgegeben.
00:02:04: Und dann sehen wir mal zu, dass ich euch da nicht enttäusche, ne?
00:02:07: Du wirst uns nicht enttäuschen, das bin ich ganz sicher.
00:02:09: Viele Menschen draußen wissen ja nicht so genau, was macht da im Radio eigentlich, wieso arbeiten da so viele Leute und Moderatoren nach Gott, die sitzen zwei Stunden vor dem Mikrofon oder vier Stunden.
00:02:21: Und das ist ein cooler Job, der sprichst du schon von Vorbereitung.
00:02:24: Ich sage mal, für jede Sennestunde sitzt man eine Stunde an der Vorbereitung.
00:02:28: Würdest du dem zustimmen?
00:02:29: Anfangs, ja.
00:02:29: Ich ja konnte mich hinterher dann so ein bisschen auf das verlassen, sag ich mal, was auf dem Rücken des Moos gewachsen ist.
00:02:35: Ich konnte auf Erfahrungen zurückgreifen, habe mir aber schon immer noch mal angeguckt, dass ich die Stunden so einteile, dass es für mich keine Zumutung wird und für den Hörer natürlich auch nicht.
00:02:44: Also am besten ist, man hat noch was über, als dass man so zwanzig Minuten vor Ummerkt, jetzt geht ja langsam die Puste aus.
00:02:49: Es geht nicht zu einer guten Vorbereitung.
00:02:51: Es muss manchmal ohne geben, ich muss dazu sagen, ich war in meinem früheren Leben mal Lehrer, da war das ganz ähnlich.
00:02:57: Es hieß immer, die nicht vor vorbereiteten Unterrichtsstunden sind die besten, wenn man mal schnell einspringen musste.
00:03:01: Aber das ist nur ein Sprichwort, das stimmt in der Praxis nicht.
00:03:04: Es ist interessant, weil du hast dich ja damals entschieden, den Lehrerberuf sozusagen in den Nagel zu hängen, zum Hörfunk zu gehen.
00:03:10: Ich habe genau den umgekehrten Weg gemacht, ich war beim Hörfunk und habe dann entschieden, ich werde Lehrer.
00:03:15: Was ist der bessere Weg?
00:03:16: Wir wissen es nicht, ne?
00:03:17: Das muss jeder für sich selber entscheiden und es kommt darauf an, wie das Leben so mitgespielt hat.
00:03:22: Ich wollte von Kind an Radioman werden, hatte mich auch beworben, war aber nicht genommen worden und habe den Lehrer erst mal als Ersatz genommen.
00:03:30: War das aber sehr gerne, fünf, zehn Jahre lang und zehn Jahre davon auch parallel Rundfunk, weil man mich angefragt hatte.
00:03:37: Ich hatte Anklistik gemacht, ob ich Text übersetzen könnte.
00:03:41: Und dann kam irgendwann noch meine Moderation dazu.
00:03:43: Und dann war ich an Bord.
00:03:44: Ich war tatsächlich neunzehn Jahre alt, als ich zum Hörfunk gegangen bin.
00:03:47: Hat für mich schneller geklappt, aber irgendwann habe ich gesagt, naja, ich möchte noch was anderes machen.
00:03:51: Da müssen wir noch erklären, bei welchem Sender er war.
00:03:53: Er war beim Sender DT-IV der Jugendländer in der DDR.
00:03:57: Genau, das war der Berliner Rundfunk in der DDR in Berlin.
00:04:02: Und ich war in der Nähe von Berlin als Lehrer tätig und bin dann da mal hingefahren.
00:04:06: einmal die Woche war das gewesen.
00:04:08: Und dieser Jugendsender durfte ein bisschen frecher sein als die anderen, weil man ja der Präsenz der vielen Westsender, die in Berlin einfielen, ein kleines Gegenstück bringen musste, das nicht ganz so bieder war.
00:04:20: Wir durften dann auch ein bisschen mehr.
00:04:21: Im Rahmen der strengen Gesetze, also was Musik betrifft, durfte man ein bisschen frech sein.
00:04:27: Politisch sollten wir uns eher zurückhalten, haben wir nur zu gerne gemacht.
00:04:30: Ja, bis bis nach der Wende und dann seid ihr tatsächlich richtig politisch aufgefallen.
00:04:35: Ihr habt wegen der Reportage.
00:04:37: Ich weiß noch nicht mehr über was, aber ich habe die sehr gerne gehört und gesehen.
00:04:40: Ja, da war ich dann aber schon weg.
00:04:42: Also die Übergangsphase war sehr spannend.
00:04:45: Wir hatten ja im Sommer, die Top-II.
00:04:48: D., wo der süddeutsche Rundfunk dann Kontaktgesucht hatte zum Ostdeutschen.
00:04:53: Und da hatte man mich nach Stuttgart fahren lassen, weil für mich vorher, ich sage es mal, Gelinde, kein Reisebedarf bestand.
00:04:59: Das heißt, ich durfte das Land nicht in westliche Richtung verlassen und da hat man mich fahren lassen.
00:05:03: Und dann war ich das erste Mal... Also auf dem Boden der Bundesrepublik.
00:05:06: Und das war gleich so interessant, war so nette Leute eigentlich.
00:05:10: Und die haben mir dann auch ein Angebot gemacht, dass ich nicht ablehnen konnte.
00:05:12: Und dann habe ich den Lehrerberuf sausen lassen, meine Koffer an das Spree gepackt und bin an den Neckar gezogen.
00:05:18: Ich dachte, fünf Jahre, machen wir das.
00:05:19: Es wurden dann fast dreißig, aber es war sehr okay.
00:05:22: Die Top-II.
00:05:23: D. muss ich ganz ehrlich hervorheben.
00:05:25: Das war eine Zeit, also das war wirklich beeindruckend.
00:05:28: Ich habe das damals als Jugendlicher erlebt.
00:05:30: Und das war eine Zeit, als das Radio Jugendliche Teenager vor das Radio... gefesselt hat.
00:05:36: Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, weil die Kinder heute alle irgendwie vom Wehl an kleben.
00:05:41: Aber damals war das tatsächlich etwas.
00:05:43: Kinder haben mit Spannung vom Radio gesessen und verfolgt, was da als nächstes kommt.
00:05:48: Und dann war das auch noch so eine gesamtdeutsche Hitparade.
00:05:51: Die längste Hitparade der Welt.
00:05:52: Das war natürlich wirklich was.
00:05:54: Das gab es in der Form ja vorher noch gar nicht.
00:05:56: Das war einzigartig.
00:05:57: Das konnte man damals auch nicht so schnell noch mal wiederholen oder toppen oder so.
00:06:01: Das war sensationell.
00:06:02: Das
00:06:02: war vor dem Hintergrund der Geschichte, die DDR gab es ja da noch.
00:06:06: Die DDR-Mark war schon verschwunden.
00:06:08: Also ich kam mit meinen hundert Mark Taschengeld in Stuttgart an.
00:06:12: Und das war einzigartig.
00:06:13: Und dann diese zwei Welten, die da zusammengeschaltet wurden, Leute, die also bis vor kurzem, sag ich mal ideologisch in den Schützengräben lagen, machten plötzlich gemeinsame Sache.
00:06:23: Das war geschichtlich gesehen eine Sternstunde.
00:06:26: Ja.
00:06:26: Muss aber dem Max widersprechen, obwohl ich das ungern mache.
00:06:29: Ich habe es natürlich auch mitgekriegt.
00:06:30: Ich habe zu der Zeit in Stuttgart gelebt und liebte SDR drei.
00:06:33: Das war mein Sender.
00:06:34: Und die hatten ein oder zwei Jahre davor die längste Hitparade der Welt gespielt, die damals längste Hitparade der Welt, die Top Thousand X. Das war schon richtig kult.
00:06:44: Da war ich dann sogar irgendwie inoffiziell.
00:06:47: Gab es eine Abschlussveranstaltung im Sendezentrum in Willerberg in Stuttgart?
00:06:52: Da war ich dann da.
00:06:53: Ich wohnte nicht so weit von da.
00:06:54: Und dann kam für für mich die Top-.
00:06:56: Da dachte ich erst mal, er ist ja wieder Nachmacher, aber irgendwie hat er die gute Idee, die er verbessert.
00:07:02: Nee, aber dann war das richtig spannend, weil tatsächlich auch die Musikgeschmäcker der beiden des wilden Südens und des wilden Ostens ziemlich unterschiedlich waren.
00:07:10: Das lag daran, dass das Publikum die Zielgruppe bei DT-Pfiehren-Sechti-Sönahalbe Musikgenerationen jünger war.
00:07:16: Und die STR-Dreihörer schon halb erwachsen oder fast erwachsen waren und rockorientierter waren.
00:07:22: Wenn man die Listen parallel, also auseinandergenommen hätte, wenn man die Listen auseinandergenommen hätte.
00:07:26: zum Beispiel bei DT-Pesh-Mode mit Enjoy the Silence gewonnen.
00:07:33: Und im SDR-Drei-Sendegebiet wäre es Brothers in Arms of the Diastrates gewesen.
00:07:37: Und dann wurde es am Ende der kleinste gemeinsame Nenner.
00:07:39: Das war dann die Shinitokona.
00:07:41: Was mich wirklich weggerissen hatte, war tatsächlich Platz drei in der DDR im euerm Sendegebiet damals.
00:07:47: Das war irgendwas von... Backstreet Boys oder so oder New Kids on the Block oder irgendwie sowas.
00:07:52: Also, ich weiß nicht mehr genau.
00:07:54: Es war auf jeden Fall nichts, was ich als All-Time-Favorite oder All-Time-Hand gekauft hätte.
00:07:58: Nee, da waren ja auch die aktuellen Hits mit drin, auch die Abgenudelten.
00:08:01: Da muss man auch sehen, es war ja eine Hitparade, die durch Postkarten-Einsendungen gemacht wurde.
00:08:07: Das Redaktionsdatum war da schon ein bisschen alt.
00:08:09: Also, das heißt, die Songs, die man vor einem halben Jahr dauernd um die Ohren kriegte, tauchten dann da wieder auf.
00:08:14: Und das war dann ein bisschen enttäuschend.
00:08:16: Vielleicht war das herbst nicht okay oder nichts gegen den Song.
00:08:18: Deshalb die Nummer eins geworden.
00:08:20: Günther ist nicht nur Radiomoderator gewesen, sondern... auch Buchautor.
00:08:25: Wie ist es denn dazu gekommen?
00:08:27: Das war nicht meine Idee, sondern die eines Verlegers aus Tübingen, Hubert Klöpfer, der rief mich an und hat gesagt, er habe also verschiedene Titel im Regal liegen und die liegen da wie Blei und keiner will sie haben.
00:08:39: Und sie erzählen da Geschichten.
00:08:42: Da haben wir eine Nachfrage, die es noch gar nicht gibt.
00:08:45: Und man müsste das den großen Schneidewind nennen, weil mich doch der Thomas Schmidt so getauft hatte.
00:08:49: Ich wusste erst gar nicht, was der von mir will.
00:08:50: Und da habe ich gesagt, ich habe noch nie in meinem Leben Buch geschrieben.
00:08:53: Ich habe zwar Germanistik studiert und war es einigermaßen mit der Kommersetzung, um zu gehen.
00:08:58: Aber wir können mal eine Probe machen.
00:09:00: Ich schreibe Ihnen ein paar Seiten auf von meinen Begegnungen mit Künstlern und wenn Sie feststellen, die bunte kann das besser, dann vergessen wir das ganz schnell wieder.
00:09:07: Und dann war der super geistert gesagt, weitermachen, weitermachen und dann habe ich über meine Begegnungen mit den Künstlern geschrieben, ein bisschen auch einflächschen lassen, die autobiografischen Elemente, wie ich dazu gekommen bin, weil man ja im Radio, ihr sagt ja selber, man war nur zwei, dreizig hat.
00:09:22: Ich treffe den Künstler, rede eine halbe Stunde, mit ihm zwei, dreißig davon werden gesendet.
00:09:26: Wie gibt er sich?
00:09:27: Was ist vorher?
00:09:27: Was ist hinterher?
00:09:28: Gab es zwischendurch vielleicht auch mal Spannungen.
00:09:31: Das wollen ja die Hörer wissen und das habe ich dann einfach damit reingeschrieben und das hat sich... Interessanterweise, ganz gut verkauft und eine Überraschung für uns alle.
00:09:38: Wie ist denn das Gefühl, wenn man eigentlich nach zwei, drei, sich immer fertig sein muss und plötzlich im Buch hast du endlos zeitlich auszubreiten?
00:09:44: Wird damit sowieso nicht fertig.
00:09:46: Ich habe ihn gefragt, wie verstellen sie sich denn vor?
00:09:48: Naja, so zweihundertfünfzig bis drehundertseiten könnten das schon werden.
00:09:51: Naja, dann habe ich erst mal andere Bücher vorgenommen und die Wörter gezählt.
00:09:54: Meine Güte, wie viel ist denn einer, die nach Vierseite in Buchform?
00:09:58: Und dann habe ich gedacht, das kriege ich doch nie voll.
00:10:00: Ich habe das Buch von Keith Richards genommen.
00:10:01: Das waren besonders große Buchstaben wahrscheinlich.
00:10:03: Ich hatte die Zielgruppe im Auge.
00:10:04: gehabt.
00:10:05: Da ist die Seite schnell voll geworden.
00:10:07: Nach und nach kamen dann doch was zusammen.
00:10:09: Zwischendurch gab es dann immer wieder Zweifel.
00:10:10: Ich bin hin zu dem Verleger.
00:10:11: Ich habe gesagt, wissen Sie, das will doch keiner lesen.
00:10:14: Das ist allenfalls so interessant wie Modellflugzeugbau.
00:10:17: Das beleidigen Sie mir, die Modellflugzeugbauern nicht.
00:10:19: Wollt ihr das sagen?
00:10:20: Da waren dann doch vierhundert Seiten zusammen und er hat gesagt, die können aufhören.
00:10:24: Das reicht jetzt.
00:10:25: Wir machen da jetzt ein bisschen dran und dann schauen wir mal, was der Markt hergibt.
00:10:29: Und das hat dann auch ganz gut geklappt.
00:10:30: Es
00:10:31: gibt ja kaum einen Künstler, den du nicht... irgendwie Interviewtaste.
00:10:34: Also ich gucke jetzt
00:10:36: gleich einschieben.
00:10:37: Die Liste derer, die ich nicht getroffen habe, ist mindestens genauso lang.
00:10:40: Ja, aber
00:10:41: ich sehe zum Beispiel Joe Cocker, Steve Winwood, Jimmy Page, Udo Lindenberg, Neil Diamond, Gloria Gaynor, Enja.
00:10:48: Oh, Enja, sehr schön.
00:10:50: Es war ein Traum von mir, obwohl viele Kollegen abfällig gelächelt haben.
00:10:54: Was willst du denn?
00:10:54: Für
00:10:55: mich auch ein Traum.
00:10:55: Ich mag ihre Musik.
00:10:56: Ich
00:10:56: fad die herrlich.
00:10:57: Ja, die war sie dann auch.
00:10:58: Ganz,
00:10:59: ganz tolle Frau, ja.
00:11:00: War ja vorher, glaub ich, bei Planet, ne?
00:11:02: Dann Mikebett, Christopher, Kim Wilde, Bill Wyman und, und, und, und, und.
00:11:07: Gab's denn einen Künstler, wo du sagst, das war tatsächlich so wie Nja ... der Künstler, den ich unbedingt mal treffen wollte.
00:11:13: Seit Kindesbeinen an und ich bin ja ein Kind der sechziger Jahre, Jahrgang dreiundfünfzig, habe ich natürlich für die Beatles und die Stones geschwärmt.
00:11:21: Also die haben uns ja zur Beatmusik gebracht und ich war mehr auf der Seite der Beatles.
00:11:26: Mir war klar, die wirst du sowieso niemals kennenlernen, weil in neunzehntsiebzig haben die Schlüssel gemacht und da war vom Mauerfall, war man da noch Jahrzehnte entfernt.
00:11:33: dass ich das sowieso nie erlebe.
00:11:36: Und hab gedacht, irgendwann klappt es aber vielleicht doch mal, vielleicht kommt ja doch mal einer von denen zu uns ins Funkhaus.
00:11:41: Paul McCartney wäre mir am liebsten gewesen.
00:11:44: Und dann hat das wirklich geklappt, dass ich den treffen durfte im Jahr two-thausend drei in Köln, dann kurz vor dem Konzert und der hat mir dann da eine dreiviertel Stunde geschenkt, exklusiv.
00:11:53: Also das war für mich die Sternestunde, der Mann, der yesterday geschrieben hat, der Let It Be geschrieben hat und Hey Jude und all diese Dinge und erzählt darüber und lässt ein ganz tiefes Herz.
00:12:04: natürlich auch über die traurige Zeit, als seine geliebte Frau starb.
00:12:07: Und er war dann mit der Heather Milz da.
00:12:09: Da gab es da noch eine besondere kleine Geschichte nebenbei, weil die dann beleidigt war, dass ich zu lange da saß und ihr den Po wegnehme und die Schritte nimmer aus der Küche irgendwas.
00:12:19: Und er machte ihr dann eine Szene.
00:12:21: Er könne jetzt hier kein Interview machen und mit ihr reden.
00:12:24: Und dann kam die mit dem mutterbeschmierten Messer, die schritten sich da die Brötchen selber aus der Kantine, möchte ich sagen.
00:12:30: Fuchtete mir und meckart nicht damit.
00:12:32: der Nase rum und sagte, dafür wirst du später bezahlen.
00:12:36: Da konnte ich ja nicht ahnen, dass es dreißig Millionen Pfund werden würde.
00:12:40: Jetzt wissen wir endlich, warum sie nicht getrennt haben, ja.
00:12:42: Ja,
00:12:43: ja, das hat ja nicht mehr lange gedauert, ja.
00:12:45: Also das war dann schon, daran denke ich immer noch gerne zurück.
00:12:48: Also alle aus dieser Zeit, die Stones hatte ich schon vorher kennengelernt, die waren mir genauso wichtig, auch waren alle da miteinander zum Interview.
00:12:56: In stuttgart hätte ich auch nie gedacht, dass das funktioniert.
00:12:59: Und das wäre mein erst mal durch diesen giftige Kokon von Security und was nicht alles durch ist, auf eine ganz normale Welt trifft.
00:13:06: Ja, dass also Charlie Wood seinen Kaffee schwarz möchte, dass Keith Richards gleich zwei Packenzigaretten da hat und noch das auf dem Offen Tisch zu stehen hat, dass Ronny Wood gleich mit der Familie kommt und seine Töchter uns filmen und wir die und Jagger dann zum Schluss noch über die Europawahl was sagen soll.
00:13:22: Es ist eine sehr große Frage am Ende eines Interviews und dann hat er aber losgelegt und hat sich beklagt die Europäer hätten sich mal wieder ohne England geeinigt und die Deutschen seien ja schon die großen Wiedervereiniger gewesen und die großen Harmoniser.
00:13:36: Uns hat ja keiner gefragt und wir sollen die Zeche bezahlen.
00:13:39: Und da habt ihr den Brexit schon ein bisschen rausgehört.
00:13:42: Das war so die Dinge, die so nebenbei dann noch passiert.
00:13:45: Das war schon stark wie Gegnern Beatles und Stones.
00:13:48: Das war für mich die Krönung.
00:13:49: Du hast ja gerade nebenher angesprochen, du warst damals für beide aber mehr für die Beatles.
00:13:55: Das war zu meiner Zeit, ich bin ein bisschen jünger als du.
00:13:57: Nicht viel, also tatsächlich sixth und sechzig geboren.
00:14:00: Ich habe die Beatles gar nicht mehr mitgekriegt, aber es war für mich gar keine Frage.
00:14:04: Es gab nur die Beatles, die Stones waren.
00:14:07: Aber das hat sich heute zu Tage gewandelt, ja.
00:14:09: Also ich bin im Nachhinein froh, dass wir beide hatten.
00:14:12: Vor allen Dingen, die Stones haben immer noch unterwegs, wer hätte das gedacht.
00:14:15: Aber so in den Siebzigern, da fand ich dann manche Platte der Stones mehr dran am Puls, als dass man zuletzt von den Beatles gehört hatte.
00:14:24: Also da waren zwei Herzen dann in meiner Brust.
00:14:27: Ich war froh, dass sich beide hören.
00:14:28: unterleben konnte.
00:14:29: Ich fand ja das Remake interessant von Beatles vs.
00:14:32: Stones, was es dann irgendwann mal später gab, nämlich Blur vs.
00:14:36: Oasis.
00:14:37: Ja, natürlich, ja.
00:14:38: Das war ja genauso eine Britpop-Schlacht, wo auch die Fans praktisch in verschiedenen Lagern sich aggressiv gegenüberstanden.
00:14:47: Genau.
00:14:47: Und jetzt, aber ist eigentlich klar, oder?
00:14:49: Wer entspricht damals den Stones?
00:14:51: Eigentlich Oasis, gell?
00:14:52: Oasis, ja, würde
00:14:56: ich auch sagen.
00:14:56: Die sind so mehr
00:14:57: Beatles.
00:14:59: Die Beatles reichen dir die Hand und die Stones brennen deine Stadt nieder.
00:15:01: Hat damals eine Zeitung geschrieben.
00:15:05: Hier bei uns ist es üblich, dass unsere Gäste und auch wir jeweils ein Musikstück mitbringen pro Sendung, zu dem wir eine ganz bestimmte Beziehung haben.
00:15:15: Und ich bin jetzt wirklich gespannt, Günter, weil dein Leben besteht ja ganz aus Musik.
00:15:19: Und da fragt man sich ja schon, gibt es dann wirklich diesen einen Titel, diesen besonderen Titel, den man dann hierher mitbringt?
00:15:24: Als ihr mir das als Hausaufgabe gegeben habt, war ich schon ein bisschen verzweifelt.
00:15:28: Ich denke, das ändert sich bei mir doch alle zehn Minuten.
00:15:31: Aber dann hatte ich ja gehört, ihr habt es ein bisschen vor, das Vinyl zu feiern.
00:15:35: Und dann habe ich mich versucht zu erinnern, was war eigentlich meine allererste Single, die ich in die Hände bekam.
00:15:40: Und das war gar keine Beatmusik, das war in der Jahre und irgendwelche Tauschgeschäfte.
00:15:46: Also es ging darum, ich hatte ein paar Beatles-Bilder abfotografiert in furchtbar schlechter Qualität.
00:15:52: Die konnte man entweder für fünf Mark auf dem Schulhof verkaufen oder sie gegen eine Platte tauschen.
00:15:57: Und mir bot jemand an, das Titelthema von Bonanza.
00:16:00: Bonanza kam damals immer Sonntags-Nachmittags im Westfernsehen, habe ich im Harz aber sehr gut empfangen können.
00:16:05: Und jeden Sonntag-Nachmittag war es Pflicht, bei den Cartrines auf der Ponderosa zu sein.
00:16:09: Und Lorne Green, also der Vater Ben Cartwright, der hat ja dann das eingesungen, dieses Bonanza-Thema.
00:16:17: Und das war dann meine erste Single.
00:16:19: Da besatz ich noch gar keinen Plattenspieler.
00:16:21: Interessanterweise war auf der B-Seite ein Song namens Ringo.
00:16:26: Ringo ist ja eigentlich ein Westernheld.
00:16:28: Und Richard Starkey von den Beatles hat sich nach diesem Ringo aus dem Wilden Westen benannt.
00:16:33: Und das spricht aber der Lorne Greenmeer, als dass er singt.
00:16:36: Und da hatte ich dann zwei Fliegen mit einer Klappe.
00:16:38: Ganz wunderbar.
00:16:39: Bei Freunden, die einen Plattenspieler hatten, habe ich mir das mal aufgelegt.
00:16:43: Und ansonsten lag das Ding ewig bei mir rum.
00:16:45: Aber die Bilder vorne drauf.
00:16:46: Also Ben Cartwright, Hoss, Adam, Little Joe, wie man es aus dem Fernsehen kannte, hier sogar ein Farbe.
00:16:52: Das war ein Schatz.
00:16:53: Das war ein Schatz.
00:16:54: das ich mir zugelegt hatte und der Anfang einer Sammlung, die über Jahre hinaus ganz langsam wuchs.
00:16:59: Hörst du denn heute noch Vinyl-Scheiben oder bist du auch umgestiegen auf Spotify, CDs, was auch immer?
00:17:05: Hast du noch einen Platten-Spieler?
00:17:06: Ich bin sehr für die physische Musik.
00:17:08: Ich habe auch einen sehr schönen Platten-Spieler.
00:17:09: Noch mal angeschafft.
00:17:11: Mein Alter hat es irgendwann nicht mehr getan.
00:17:14: Ich hatte ja in der DDR keinen Zugang zu der geliebten Popmusik aus dem Westen auf Vinyl.
00:17:20: Es gab da auch Schallplatten.
00:17:22: Klassik sogar zu moderaten Preisen.
00:17:24: Da kostete eine Beethoven Symphonie XII Mark X und eine Popmusikplatte kostete XVI Mark X. zehnpfennig Kulturabgabe.
00:17:31: Sogenannte Lizenzplatten gab es von Deep Purple, von Santana, Uriahip, aber immer noch Zehntausend Stück für siebzehn Millionen Kunden.
00:17:38: Da musste man schon auf Draht sein, da ranzukommen.
00:17:40: Und es gab Leute, die hatten die Westober oder die Westhandel.
00:17:43: Und da stand dann auch schon mal eine echte Deep Purple im Schrank.
00:17:46: Da habe ich natürlich neidvoll hingeblickt.
00:17:48: Und das ist irgendwie bei mir drin geblieben, als es dann möglich war.
00:17:52: Die selber zu erwerben, da habe ich das natürlich gemacht.
00:17:54: und meine Frau ist jedes Mal in Setz, wenn sie hört, was Platten heute kosten.
00:17:58: Ein neues Album, auch einzeln, wird bis zu vierzig Euro verlangt.
00:18:01: Und wenn man Glück hat, dann hakt sie auch nicht, dann ist sie in Ordnung.
00:18:04: Ich habe fünfzig Jahre alte Platten, die laufen durch und Platten, die man neu kauft, die haben ein Kratzer drin und kann man gleich wieder zurückschicken.
00:18:11: Aber die legendären Alben aus der Jugendzeit, ich sage nur, Thicke ist ein Brick von Jess Total.
00:18:16: Diese aufgeschlagene Tageszeitung, wo irgendwann die Platte drin versteckt ist, das muss man einfach... zu Hause im Schrank haben.
00:18:22: Die Coverart, die kann sich doch mit der CD nicht messen.
00:18:25: Das da stimme ich einen in den großen Karn.
00:18:27: und die sagen, Vinyl hat etwas Sinnliches, die alleine auszupacken, die aufzulegen.
00:18:33: Das kann eine CD nicht bieten, trotz aller Vorteile, die die Compactist natürlich hat.
00:18:37: Was
00:18:37: ich schade fand, ich habe, als ich angefangen habe, Radio zu machen, hatte ich ja auch Vinylplatten, die ich aufgelegt habe.
00:18:42: Und relativ schnell danach kamen dann die CDs.
00:18:45: Und ich fand es immer schade, weil die Vinylplatten waren so schön groß.
00:18:49: und dann hat man dieses schöne.
00:18:50: Und dann konnten wir auch was über dieses Cover im Radio erzählen.
00:18:54: Da gab es einfach was, was man über die Platte erzählen konnte.
00:18:56: Dann kamen die CDs, da ging es auch noch einigermaßen.
00:18:59: Es gab ja sogar auch Venü-Scheiben, die parfümiert waren.
00:19:02: Madonna, nicht mich da zum Beispiel.
00:19:05: Dieser ganz spezielle Geruch.
00:19:07: Da gab es dann wenigstens noch so ein Inlet, das man dann durchblättern konnte und wo man auch nochmal Informationen gefunden hat.
00:19:12: Und am Schluss, als ich aufgehört hab Radio zu machen, war alles über Computer.
00:19:15: Da hat man gar nichts mehr gehabt.
00:19:16: Also nicht mal physisch irgendwas.
00:19:18: Da hat man nur noch eine Liste, die auf dem Bildschirm steht.
00:19:21: Ja, und was man dazu zu sagen hat, das muss man sich dann eben im Internet vorher aneignen.
00:19:26: Oder man hat's, wenn man das Alter hat und das Gehirn hat einem nicht verlassen, noch im Kopf.
00:19:31: Ja.
00:19:32: Ja, aber du hast vorhin gerade, das kann ja unsere Zuhörer nicht sehen, wir sehen uns und du hast hochgehalten tatsächlich deine Single von damals Bonanza von und mit Lawn Green.
00:19:43: Nicht von, aber mit.
00:19:45: Und ich habe auch dieses sinnliche Gefühl gehabt, oder habe es noch, wenn ich Venyls höre, dann kam die CD kam mir entgegen insofern, als dass man nicht nach der Hälfte aufstehen musste und umdrehen musste.
00:19:56: Und wenn
00:19:58: man mit der Liebsten auf den Sofa lag.
00:19:59: Genau.
00:20:01: Und ja, wenn ich das jetzt heute so zeige, ich habe hier so eine Art Streichholzschachtel.
00:20:05: Das sind hunderttausend Songs.
00:20:06: Ja, das ist toll, ne?
00:20:09: Der sinnlich so eine Streichholzschachtel mit hunderttausend Songs.
00:20:13: Natürlich, Vorteil, man kann es überall mit hinnehmen.
00:20:15: und um Syrom zu widersprechen, die CD ist eine schnellere Medium.
00:20:19: Ich meine, man muss Zeit haben im Radio, um eine Platte aufzulegen, sich gut einteilen.
00:20:23: Eine CD ist schnell reingeworfen und ab geht's.
00:20:26: Ich hatte mal David Bowie im Studio und ich war so aufgeregt und hab gesagt, hier ist die neue Single, schiebt den Regler hoch.
00:20:34: Der
00:20:34: Platteller dreht sich auch und die Platte liegt nicht drauf.
00:20:37: Es gab noch ein anderes Problem mit den Vinylscheiben.
00:20:40: Es gab ja welche, die Singles mit fünf.
00:20:42: Umdrehungen pro Minute und die LPS mit Dreiunddreißig.
00:20:45: Und das hat man auch gerne mal vergessen, wieder zurückzustellen.
00:20:48: Also, dass dann Micky rausgesungen hat.
00:20:50: Nee, ich muss ehrlich sagen.
00:20:52: Ja, haben wir in den Nullerjahren einen Venütag gemacht, das war für die jüngsten Kolleginnen Herausforderungen.
00:20:57: Genau die gleichen Fehler, aber auch den Alten wieder passiert.
00:21:01: Ich sag, guck, das schleicht sich dann wieder ein.
00:21:02: Genau.
00:21:03: Also, schnell, schnell, während ich spielte, umklackt, nie mehr.
00:21:06: Andreas, was hast du mitgebracht?
00:21:08: Ich habe mich da ein bisschen an... Günther und seine Herkunft orientiert.
00:21:13: Es wird auch gleich klar, warum.
00:21:14: Günther lacht schon, obwohl er es gar nicht wissen kann.
00:21:18: Wenn ich jetzt sage, Peter Maffal weiß Günther schon, was kommt, er nickt ja.
00:21:22: Ich hatte, also Peter Maffer hat ja als Schlagerfuzi angefangen, was ihm mehr bis heute nachläuft.
00:21:28: Er ist aber ein großartiger Musiker und er hat immer gegen sein Image gekämpft.
00:21:33: Jetzt inzwischen braucht er das nicht mehr und hat dann auch großartige deutsche Rock- und Popmusik veröffentlicht.
00:21:40: Irgendwann fiel mir auf, ein Titel im Radio gehört bei SDR drei über sieben Brücken musst du gehen.
00:21:46: Und der hat mich total mitgenommen.
00:21:49: Ich weiß nicht mehr warum, aber hat Genau, also ich habe den Text nie richtig verstanden, aber es war so musikalisch und textlich, das hat mir super gefallen.
00:21:58: Und fand Peter Maffay prima.
00:22:00: Bis ihr dann rausgekriegt habt, ist eine Cover-Version von einer ostdeutschen Band und zwar den Pudis, die den Titel im Original geschrieben haben.
00:22:08: Teilt, Schritt, es war Karat.
00:22:10: Entschuldige, nein, nein, wir brauchen das auch dran.
00:22:12: Das ist
00:22:12: wie Bitte zu Stones verwechseln.
00:22:13: Nein,
00:22:13: nein, nein.
00:22:14: Das ist richtig.
00:22:15: Es ist Karat gewesen.
00:22:16: Mein Fehler, ich kann dazu stehen.
00:22:17: Das brauchen wir gar nicht schneiden.
00:22:19: Also es war Karat, entschuldige Asche auf meinen Haupt.
00:22:23: Ich weiß das eigentlich.
00:22:24: Ich weiß nicht, warum ich das gerade verwechselt habe.
00:22:26: Die Version.
00:22:27: habe ich mitgebracht.
00:22:29: Die finde ich eigentlich noch viel besser.
00:22:30: Und weil Günther da ist, ich weiß, dass viele ostdeutsche Bands nicht das schreiben konnten, was sie wollten und das verklausuliert gesagt haben.
00:22:39: So verklausuliert, dass das an uns Westlern vorbei ging.
00:22:43: Aber Günther, du kannst mir sagen, um was geht es in Siebenbrücken?
00:22:46: Also Siebenbrücken ist ja eigentlich ein Text wie viele andere auch mit vielen, vielen Metaphern.
00:22:51: Es geht um die Sehnsüchte der Menschen, um die Sorgen der Menschen, die Herausforderungen, die das Leben an uns stellt und das nicht alle Träume sich sofort erfüllen.
00:23:01: Dass man mitunter Umwege gehen muss, dass man das Scheitern verkraften muss und dass es mitunter eines sehr, sehr langen Weges, sprich sieben Brücken bedarf, bis man schließlich aber doch ans Ziel kommt.
00:23:12: Man soll die Hoffnung nicht aufgeben.
00:23:14: Wir wissen, dass sich manche Ziele nicht erfüllen.
00:23:16: Es kommt darauf an, welche man hat und welche beide vom Schicksal gestellt werden.
00:23:21: Aber das hat man durchaus verstanden.
00:23:22: Und in der DDR gab es weiß Gott Träume, die über die Grenzen hinaus wuchsen, aber man konnte ihnen nicht folgen.
00:23:29: Das haben viele andere Bands auch gemacht.
00:23:31: Die am Fenster fliege ich durch die Welt, war ja nichts anderes.
00:23:35: Oder später, der blaue Planet liegt unser Glück nur im Spiel der Neutronen.
00:23:40: Eigentlich haben sie Dämonen gesungen.
00:23:42: Die Dämonen sind diejenigen, die uns böses wollen, die die Welt mit Krieg überziehen wollen.
00:23:46: Aber die Zensur hat gesagt, Es gibt bei uns keine Dämonen.
00:23:49: Dann haben sie nach einem Ersatz gesucht und da war gerade die Neutronenbombe im Schwang und dann haben die Datis Neutronen eingestreut.
00:23:56: Das haben wir aber später erfahren, dass es so gemeint war.
00:23:59: Aber in Großen und Ganzen hat man schon, als ich fortging, auch ein Liebeslied, wurde aber oft gespielt, wenn die Jungs ihre Einberufung zur Armee bekommen haben.
00:24:07: Das war eigentlich dahintergrund.
00:24:09: Hat heute eine andere Bedeutung.
00:24:12: Ein Lied, das jeder versteht und jeder macht sich so, sag ich mal, seine eigene Interpretationen darauf.
00:24:18: Ich hab noch Musik dabei, aber auch der Max hat Musik dabei.
00:24:21: Und bei Max bin ich immer besonders gespannt, weil er oft Sachen mitbringt, die ich tatsächlich nicht kenne.
00:24:26: Wie ist es heute?
00:24:27: Ich
00:24:27: hoffe, du kennst es, aber ich befürchte fast, es kann sein, dass du auch nicht ganz vertraut damit bist.
00:24:32: Wo warst du am zweiten Juli, twohundzehntundzeinhundert, zweihundneinzig, abends kurz nach neun?
00:24:37: Ich hab keine
00:24:37: Ahnung.
00:24:39: Also dieser Sommertag war so ein typisch deutscher Sommertag ganz durchschnittlich.
00:24:43: Zweiundzwanzig bis siebenundzwanzig Grad leicht bewölkt, bisschen Regen.
00:24:46: Ganz typisch, deutscher Sommer.
00:24:49: Aber abends lief da noch was im Fernsehen, Donnerstagabend, nämlich Geld oder Liebe mit dem Jürgen von der Lippe.
00:24:55: Und das war eine Zeit, als tatsächlich noch unter der Woche abends Shows liefen.
00:24:59: Das gibt's halt auch nicht mehr.
00:25:00: Selbst Samstagabend sind die schon fast ausgestorben, aber so richtig so eine schöne Show, so ganz klassisch ARD, einen zwanzig Uhr, Geld oder Liebe, Jürgen von der Lippe.
00:25:08: Und der hatte musikalische Gäste.
00:25:10: Und ja, das waren halt immer so die Plattenfirmen, die halt irgendeinen Künstler, der gerade was aktuell rausgebracht hat, unterge- in so einer Sendung.
00:25:17: Das hat mich im Großen und Ganzen, man kannte manches davon, aber jetzt nicht wahnsinnig interessiert.
00:25:21: Und an diesem zweiten Juli, zweiundneunzig, tauchen da plötzlich Mr.
00:25:26: Big auf.
00:25:26: Eine Hard-Rock-Band aus Amerika.
00:25:29: Und die hatten eigentlich einen Riesen-Hit mit, to be with you.
00:25:31: Wunderschöne Hits.
00:25:32: Akustik-Ballade, kennen viele.
00:25:34: Superhit
00:25:35: gewesen.
00:25:35: Die hast du mitgebracht.
00:25:36: Ne.
00:25:37: Weil das, das wär zuvor hersehbar gewesen.
00:25:39: Auf dem gleichen Album, nämlich auf Lean Into It, dem einundneunziger Album von Mr.
00:25:44: Big, war noch eine andere ... Ballade drauf.
00:25:45: Die fand ich noch viel viel schöner, weil dieses Akustik-Balladending war mir zu abgedroschen.
00:25:49: Da hat der Gitarist Paul Gilbert mit einer E-Gitarre gespielt und den fand ich eh ganz großartig.
00:25:54: Ich war damals selber dabei, Gitarre zu lernen und Paul Gilbert ist ein Flitzefinger.
00:25:58: Der kann richtig gut, richtig schnell spielen, macht aber auch ganz tolle Cover-Versionen und alles auch solomäßig.
00:26:04: und Mr.
00:26:05: Big One so eine All-Star Band.
00:26:06: Also da war jeder an seinem Instrument wirklich ein Könner.
00:26:09: Unter dieser Gitarist hat gespielt Just Take My Heart.
00:26:12: und es fängt mit so einem ganz cleanen Gitarren elektrischen gitarren intro an und Die Sendung läuft.
00:26:18: und plötzlich hör ich das Ding und der sagt, Jürgen von der Lippe, wir haben heute Mr.
00:26:21: Big zu Gast.
00:26:22: Und die spielen Just Take My Heart.
00:26:23: Ich hab mir gedacht, das gibt's nicht eine Hard Rock Band im deutschen Fernsehen, im ersten in der ARD.
00:26:27: Ich flipp aus.
00:26:28: Weil das war halt genau ein Album, was zu der Zeit bei mir hoch und runter lief.
00:26:32: Und wenn ich mit allem gerechnet hätte, dann nicht, dass es Jürgen von der Lippel schafft, Mr.
00:26:37: Big ins Fernsehen zu kriegen.
00:26:38: Weil ansonsten liefen die nur auf MTV, das hatte ich nicht.
00:26:40: Also mit meiner einzige Chance, irgendeine Ami-Band zu sehen, war öffentlich rechtlich und da war wirklich die Wahrscheinlichkeit sehr... dass die irgendwo auftauchen.
00:26:47: Sie waren in der Sendung.
00:26:48: Ich erinnere mich bis heute dran.
00:26:50: Mr.
00:26:51: Big mit Just Take My Heart bei Jürgen von der Lippe Geld oder Liebe.
00:26:55: Und ich habe das Datum jetzt tatsächlich nochmal nachgeschaut.
00:26:57: Zweiter Juli, zweiundneunzig.
00:26:58: Das werde ich mein Leben nicht vergessen.
00:27:00: Ganz toller Song.
00:27:01: Wir sind am Ende der Sendung, deswegen sage ich jetzt Tschüss und na, ach nein, wir haben ja noch was vergessen.
00:27:06: Wir haben ja noch was gemacht.
00:27:08: Jedes Mal mache ich mir den Dreh.
00:27:10: Ja, ich habe heute wieder was mitgebracht und wir gehen zurück in das Jahr neunzehnthundertdreiundsiebzig in das Debütalbum eines sehr, sehr bekannten Künstlers, nämlich Mike Oldfield.
00:27:21: Und es ist so, dass ich gerne Musik höre, die langsam anfängt.
00:27:27: Und die sich immer mehr steigert bis zum großen Finale.
00:27:30: Und das Stück, was Mike Oldfield damals veröffentlicht hat, naja, das steigert sich fünfundzwanzig Minuten und dreißig Sekunden.
00:27:38: Also da hat wirklich viel Zeit sich zu steigern.
00:27:41: Das Stück heißt Tubelabels war gleich ein Riesenhit für Mike Oldfield überall in den Staaten in Deutschland.
00:27:48: Und ich weiß noch, dass ich das als kleines Kind gehört habe und ganz fasziniert war.
00:27:53: Erstens mal von diesen Röhrenglocken, von den Tubular Bells.
00:27:57: So was hört man normalerweise nicht.
00:27:59: Und zum zweiten war ich einfach dadurch fasziniert, dass er wirklich ein Instrument nach dem anderen eingeführt hat, auch angesagt hat, zwischendrin.
00:28:07: Ja, gesagt, jetzt das Grand Piano und jetzt die Tubular Bells und jetzt dies und jetzt das.
00:28:12: Und ich war damals als kleiner Zwuckel, damals war ich noch klein, war total fasziniert von der Musik.
00:28:18: und ja, das habe ich heute für euch mitgebracht.
00:28:21: Wobei man sagen muss, er hat ja nicht nur die Instrumente angesagt, er hat sie, glaube ich, auch alle gespielt.
00:28:26: Ja, also alle gespielt.
00:28:28: In seinem Studio mit dem, ich glaube, sechzehn Spurband.
00:28:32: mit dem er damals noch aufgenommen hat.
00:28:34: Genau, das hat er ganz alleine gemacht.
00:28:35: Günther, wie oft hast du in deiner Karriere Tupola Belts Part One im Radio gespielt?
00:28:40: Eine Gemahre, zum Beispiel auch durch die Hit-Parade, die wir schon mal schon zitiert hatten, die Top-II.
00:28:46: D. Da ist ja auch gelaufen.
00:28:47: Wir haben sie aber auch im Osten gespielt.
00:28:49: Das waren ja keine verfänglichen Texte.
00:28:56: Wobei viele denken ja, es ist ein Instrumental.
00:28:59: Das ist es auch meistens, aber zwischendurch wird dann doch gesungen.
00:29:02: Ja, ja, und es wird auch mal ein bisschen was angesagt, aber nichts Verfängliches, wo man hätte, also Angst haben müssen als Redakteur, dass man seinen Hut nehmen darf.
00:29:09: Natürlich ist es schwer, ein solches Stück unterzubringen.
00:29:11: Das läuft selten im Tagesprogramm, außer es ist eine Hitparade, wo alles erlaubt ist, mehr am Abend.
00:29:17: Es ist nicht jedermanns Sache.
00:29:18: Vor dem Hintergrund der Zeit, früher siebziger, da war ja alles möglich.
00:29:21: Vermischung von Stihlnabwaffe, damit Orchestern gearbeitet, von Hard bis Heavy und bis Software, alles drin.
00:29:27: Das war schon was ganz Besonderes.
00:29:29: Und das war die aller allererste Aufnahme für Richard Branson's Virgin Label.
00:29:34: Und Mike Oldfield hat mir voller Stolz erzählt.
00:29:36: Die Platte hat die Nummer Null, Null, Eins bekommen im Virgin Katalog.
00:29:41: Und die hat sie bis heute.
00:29:42: Und du hast noch gesagt, das sei, hat er auch gesagt, seine erste Million gewesen.
00:29:47: Ja, richtig.
00:29:48: Ich habe Richard Branson die erste Million beschafft.
00:29:50: Und der ist ja, wie wir alle wissen, Milliardär inzwischen.
00:29:53: Gut, das war's für heute.
00:29:55: Und ja, erst mal ein ganz herzliches Dankeschön an Günter Schneidewind.
00:29:59: Wie gesagt, mich durch mein ganzes Leben begle- Da hattet immer wieder im Radio selber gehört, wenn ich zum Beispiel zur Arbeit gefahren bin zu Hitradio-Antenne eins, und dann gedacht habe, oh, gegen den send ich heute also, okay, dann mal
00:30:10: ran.
00:30:11: War mir eine große Ehre, dass wir uns mal kennengelernt haben.
00:30:13: Ja, mir
00:30:13: auch.
00:30:14: Wird
00:30:14: wirklich vorschlagen, wir laden dich noch mal ein.
00:30:16: Wir haben auch so viele Geschichten, die du hast, die müssen wir auch alle hören.
00:30:20: Danke schön, dass du da warst, und bis zum nächsten Mal.
00:30:22: Tschüss, Andreas, tschüss, Max.
00:30:24: Ciao, ciao.
00:30:25: Ciao, ciao.
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